Alles, was Sie über den DigitalPakt Schule wissen müssen – Wegweiser Digitale Schule

ALLES, WAS SIE ÜBER DEN DIGITALPAKT SCHULE WISSEN MÜSSEN

01.08.2019
Alles, was Sie über den DigitalPakt Schule wissen müssen Beim DigitalPakt Schule gibt es noch einige unbeantwortete Fragen. Ich möchte Ihnen hier die wichtigsten beantworten. © deagreez - Fotolia.com

Lange haben die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern gedauert. Erst eine Grundgesetzänderung sorgte dafür, dass der DigitalPakt Schule Realität werden kann und in diesem Jahr noch in Kraft treten wird.

Ich erkläre Ihnen in diesem Beitrag, was das für Sie als Schule bedeutet und was Sie beachten müssen.

Gesamtinvestitionssumme von 5,5 Mrd. €

Für die Jahre 2019 bis 2024 werden 5 Mrd. € (davon 3,5 Mrd. € in der aktuellen Legislaturperiode) vom Bund in die digitale Ausstattung der Schulen investiert, um eine zeitgemäße Bildungsinfrastruktur zu sichern. Weil Bildung Ländersache ist, aber die Gelder vom Bund kommen, hat der Bundesrat dazu im März eine Grundgesetzänderung beschlossen. Dem folgte im Mai eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern, in der die Rahmenbedingungen zur Durchführung definiert sind. Den Entwurf der Verwaltungsvereinbarung mit Stand vom 11.03.2019 finden Sie hier: www.wweiser.de/vvdigitalpakt

Weil die Verwaltungsvereinbarung auch eine Finanzbeteiligung der Länder von 10 % vorsieht, ist mit einer Gesamtinvestitionssumme von 5,5 Mrd. € zu rechnen. Bei 40.000 Schulen kann jede Schule im Schnitt mit 137.500 € rechnen (rein rechnerisch werden hierbei ca. 500 € pro Schüler investiert).

Förderfähig bei den 40.000 Schulen sind nicht nur die staatlichen, sondern auch die privaten Schulen in freier Trägerschaft, sofern diese staatlich anerkannte Ersatzschulen sind.

 

Jedes Bundesland veröffentlicht eigene Förderrichtlinien

Aufbauend auf die Verwaltungsvereinbarung entwirft und veröffentlicht jedes Bundesland dann eigene Förderrichtlinien, die festlegen, wann und wie die Gelder von den Schulträgern beantragt werden können. Für Sie als Schule bedeutet dies, dass Sie Ihren Bedarf beim Träger anmelden und dieser dann gebündelt ausschreibt, anschafft und ausstattet. Die Träger beantragen die Fördergelder dann beim jeweiligen Bundesland und nicht direkt beim Bund. Deshalb kann sich der Zeitpunkt der Fördergeldbeantragung von Land zu Land unterscheiden.

 

Das wird gefördert

  • Schnelles Internet (WLAN und Verkabelung). Vorsicht: Eine Glasfaseranbindung wird nicht gefördert – hier hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die „Offensive Digitales Klassenzimmer“ aufgelegt, welches von den Bundesländern in entsprechenden Förderprogrammen umgesetzt wurde. Auch WLAN-Infrastruktur wird von einigen Landesprogrammen gefördert – Doppelförderungen sind aber unzulässig.
  • Anzeige- und Interaktionsgeräte (z. B. Beamer, interaktive Tafeln oder Displays)
  • Mobile Endgeräte (Nur schulgebundene Geräte wie Laptops oder Tablets, keine 1:1-Ausstattung, die die Schüler nach Hause mitnehmen können. Die Geräte können nur angeschafft werden, wenn bereits ein Breitbandanschluss und WLAN existieren, ansonsten können die Mittel reserviert werden. Vorsicht: Die maximale Förderung für mobile Endgeräte liegt bei 20 % der Gesamtinvestition für alle Schulen des Schulträgers oder bei 25.000 € pro Schule!
  • Lernplattformen und Cloudlösungen.

 

Das wird nicht gefördert

  • voraussichtlich keine Wartung und Management der beschafften Geräte
  • keine Weiterbildung der Lehrkräfte

 

Warum aktuell kaum Beschaffungen stattfinden

Erst wenn Ihr Bundesland in den Förderrichtlinien auch den Zeitpunkt eines Maßnahmenbeginns definiert hat, können die Kommunen Beschaffungen tätigen, die sie mit diesen Geldern gefördert haben möchten. Dies ist auch der Grund, warum derzeit die meisten Träger zurückhaltend bei Anschaffungen digitaler Infrastruktur sind.

 

Fazit: Da kommt einiges auf die Träger und Schulen zu!

Betrachten wir die Gelder, die abgerufen werden können, ist dies durchaus bemerkenswert. So weit das Positive. Mit den Budgets kommen aber auf die Träger und Schulen erhebliche zusätzliche Aufgaben zu: Hard- und Software müssen ausgeschrieben, ausgeliefert, verwaltet und angeschlossen und Personal geschult werden. Und obendrein müssen die Träger auch die Wartung finanzieren und bereits bei der Beschaffung Gelder für einen Austausch nach 5–7 Jahren einplanen.

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