Ausstattung und Wartung müssen finanziert werden: So überzeugen Sie Ihren Schulträger – Wegweiser Digitale Schule

AUSSTATTUNG UND WARTUNG MÜSSEN FINANZIERT WERDEN: SO ÜBERZEUGEN SIE IHREN SCHULTRÄGER

01.07.2019
Ausstattung und Wartung müssen finanziert werden: So überzeugen Sie Ihren Schulträger © contrastwerkstatt.com - Fotolia.com

Sie kennen das sicher: Schulträger von digitalen Geräten zu überzeugen ist oft schwierig. Die Zeiten, in denen Schulträger in Kreidetafeln investierten, die dann 30 Jahre und länger ohne nennenswerte Folgekosten im Einsatz waren, sind vorbei. Digitale Projektionsflächen, Tablets, Arbeitsplatzrechner und vieles mehr ist nach 5–7 Jahren veraltet und nur noch bedingt einsetzbar. Da zu kommt, dass eine Investition in Technik ohne ein solides Wartungskonzept dazu führt, dass die Geräte über kurz oder lang ausfallen und dann nicht mehr genutzt werden können.

Ihrem Schulträger müssen Sie daher klarmachen, wie wichtig eine qualitativ hochwertige Ausstattung in Verbindung mit einer passgenauen Wartung ist. Ich zeige Ihnen mit drei Tipps, wie Sie das vermitteln können.

Die Crux mit den Fördergeldern

Die meisten Bundesländer haben Fördergelder aufgelegt, welche die Träger bei der Anschaffung von Technik für den didaktischen Einsatz unterstützen. Dies ist ein wichtiger Schritt. Aber: Zum einen sind die Fördertöpfe begrenzt und die Finanzierung kann nur als Anschubfinanzierung betrachtet werden. Mit einer Fördersumme im mittleren fünfstelligen Bereich können Sie keine Schule komplett ausstatten. Die Träger sind also in der Pflicht, die Investitionen mit eigenen Mitteln aufzustocken.

Zum anderen werden lediglich Beschaffungen gefördert, aber die Wartung und der Support obliegen dann gänzlich dem Schulträger – und dies ist ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor. Und dann ist da immer noch die ausstehende Fördersumme von ca. 5 Mrd. € des DigitalPakts, mit der die Bundesregierung ebenfalls fördern möchte. Auch hier kein Wort von Geldern für die Wartung. Viele Träger schieben zudem immer noch die Ausstattungen der Klassenzimmer vor sich her, solange diese Fördertöpfe nicht freigegeben sind.

 

1. Tipp: Nutzen Sie das Kooperationsdreieck Schule-Wirtschaft-Schulträger

Schulen sind ein wichtiges Aushängeschild für Ihre Gemeinde oder Ihre Stadt. Den Trägern muss klar sein, dass eine qualitativ hochwertige Investition in eine moderne Ausstattung nicht nur den Schülern zugutekommt, sondern auch von ansässigen Betrieben gefordert wird. Eine Vernetzung der Schule mit der Wirtschaft vor Ort ist deshalb ein wichtiger Eckpfeiler. Planen Sie deshalb Infoabende ein, zu denen Sie den Schulträger, ortsansässige Firmen, Lehrkräfte, Eltern und Schüler einladen. Nutzen Sie diese Treffen, um miteinander über Kooperationen zu sprechen und zu erfahren, was die Wirtschaft benötigt, was die Schule dazu beitragen und wie der Träger dies finanzieren kann. Möglicherweise finden sich auch Betriebe, die im Rahmen eines Sponsorings bei der Ausstattung finanziell mit unterstützen können.

 

2. Tipp: Medienkonzept als seriöses Planungsinstrument

Erstellen Sie ein Medienkonzept, das folgende Bausteine enthält:

  • Mediencurriculum
  • Ausstattungsplan
  • Fortbildungsplan

Im Mediencurriculum fixieren Sie Inhalte, die Ihnen bei der Medienerziehung und Medienkompetenzvermittlung wichtig sind. Im Ausstattungsplan dokumentieren Sie den Ist-Stand und planen kurz- und mittelfristige Investitionen ein. Somit bekommt der Schulträger einen roten Faden und kann nachvollziehen, welche Summen in den einzelnen Haushaltsjahren berücksichtigt werden müssen. Im Fortbildungsplan verschriftlichen Sie wichtige Weiterbildungsmöglichkeiten, um zu gewährleisten, dass Ihr Kollegium auch in der Lage ist, die Ausstattung vor Ort zu nutzen und didaktisch sinnvoll einzusetzen.

 

3. Best Practice – damit können Sie überzeugen

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass manche Schulträger sowie Gemeinde- und Stadtratsmitglieder die Sinnhaftigkeit digitaler Medien anzweifeln. Dies ist in der Regel darin begründet, dass ihnen natürlich die didaktischen Zielsetzungen nicht klar sind. Ein Beispiel: Tablets werden abgelehnt, weil die Entscheidungsträger der Meinung sind, dass die Schüler damit nur „herumspielen“ und sie dies in der Freizeit ohnehin schon machen. Ich zeige dann den konkreten Einsatz im Unterricht und stelle Medienprodukte vor, welche die Schüler im Unterricht erstellt haben: Trickfilme, Erklärvideos, Hörspiele, E-Books … Zusätzlich verweise ich darauf, dass die Geräte meist in der Gruppe eingesetzt werden und die Kooperation und Kommunikation sehr stark fördern. Vielen wird dann schnell klar, dass die Technik im Hintergrund steht und eine dienende Funktion für einen modernen und offenen Unterricht hat.

 

4. Tipp: Gemeinsame Wartungsverträge

Versuchen Sie, den Schulträger von einem gemeinsamen Wartungskonzept zu überzeugen, wenn mehrere Schulen mit ähnlicher Ausstattung vor Ort sind. Somit lassen sich leichter Wartungsverträge mit ITFirmen abschließen und Gelder einsparen. Mein Tipp: Auch wenn sich die Schulen stark in der technischen Ausstattung unterscheiden, eines haben alle als Basis gemeinsam: das schulische Netzwerk und evtl. WLAN.

 

Fazit: Veränderungen zum Nulltarif gibt es nicht!

Machen Sie Ihrem Schulträger klar, dass sich Schulen im Zuge der Digitalisierung in einem einschneidenden Transformationsprozess befinden. Diese Veränderungen gilt es, zu unterstützen und zu finanzieren. Dass das nicht zum Nulltarif geht, sollte allen klar sein.

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