Pro & Contra

Der Bund sollte sich um eine einheitliche Lernplattform kümmern

Daniela Sickert
Lehrerin
Pro Contra
Jochen Gollhammer
Schulleiter
Pro

Der Föderalismus hemmt die digitale Transformation der Schulen

Neulich hat im #twitterlehrerzimmer eine Kollegin einen bilingualen Lernkurs zum Thema 9/11 geteilt. Die abwechslungsreich aufbereitete Unterrichtsreihe kann aber leider nur von einem kleinen Teil von interessierten Lehrer*innen der Bundesrepublik genutzt werden. Dies liegt daran, dass die Lehrkraft ihren Lernkurs auf der bayerischen Lernplattform ,,mebis‘‘ erstellt hat. Zugang dazu haben nur Lehrkräfte aus dem Freistaat. Ein Dilemma. Der Föderalismus in der Bildungspolitik behindert die nicht erst seit der Corona-Pandemie dringend notwendig gewordene digitale Transformation der Schulen. Die einzelnen Länder leisten sich zum Großteil eigene Bildungsplattformen, deren Aufbau jeweils viele Millionen Euro verschlang. Es muss zurecht die Frage gestellt werden, ob dieser Flickenteppich in der digitalen Bildungslandschaft heute noch zeitgemäß ist. Eine bundesweite Lösung wäre kostengünstiger und auch effizienter. Ressourcen, wie z. B. die Schulung von Lehrkräften oder die Erstellung von Austauschkursen, könnten gewinnbringend gebündelt werden. Die Länder halten aber vehement an ihren Plattformen fest. Die Folge ist, dass digital affine Lehrkräfte das Heft immer öfter selbst in die Hand nehmen und sich in sozialen Netzwerken zunehmend vernetzen, selbst erstellte Unterrichtsmaterialien teilen, zu Kooperationen anregen und kollaborativ OER-Materialien erstellen. Eine Aufgabe, die auch der Bund im Zuge des Aufbaus einer bundesweiten Plattform übernehmen könnte, von der alle Lehrkräfte in Deutschland profitieren.

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