Flipped Classroom im praktischen Einsatz: Am Beispiel der Ott-Casts „Erklehrvideos“ erfahren Sie, wie Ihnen dies gelingt – Wegweiser Digitale Schule

FLIPPED CLASSROOM IM PRAKTISCHEN EINSATZ: AM BEISPIEL DER OTT-CASTS „ERKLEHRVIDEOS“ ERFAHREN SIE, WIE IHNEN DIES GELINGT

01.01.2020
Flipped Classroom im praktischen Einsatz: Am Beispiel der Ott-Casts „Erklehrvideos“ erfahren Sie, wie Ihnen dies gelingt Screenshot die-ott-casts.de

Mein Kollege Andreas Ott ist Lehrer an der Beruflichen Oberschule in Passau und unterrichtet die Fächer Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Informatik. Sein Unterricht ist geprägt vom Prinzip des Flipped Classroom: Die Lernenden bereiten sich mit von ihm erstellten Erklehrvideos, wie er sie nennt, zu Hause vor. Im Unterricht bleibt ihm und den Schülern dann Zeit, um Fragen zu klären und zu üben. Was es dazu alles braucht, das stelle ich Ihnen in diesem Artikel vor.

So gewinnt Andreas Ott Zeit im Unterricht

Zeit ist ein nicht zu unterschätzender Faktor im 45-Minuten-Unterricht. Aus diesem Grund gefiel Andreas Ott (post@die-ott-casts.de) das Konzept des Flipped Classroom so gut. Viele seiner Inhalte, so der Lehrer, kann er über Videos vermitteln, die er am PC erstellt. Grundlage hierfür sind meist PowerPoint-Präsentationen, die er dann als Screencast aufnimmt und über ein Mikrofon vertont. Dafür benutzt Andreas Ott die Software Camtasia.

 


Hiermit können Sie Screencasts aufzeichnen


 

Alles auf einer Plattform

Damit seine Schüler schnell die benötigten Videos finden, hat Andreas Ott eine eigene Website erstellt. Die Videos lädt er zunächst auf YouTube hoch (https://www.youtube.com/channel/UCiFPshRgLk63jgbwT52yGUQ/videos) und bindet diese dann auf seiner Seite (https://www.die-ott-casts.de) ein. Somit vermeidet er, dass die Schüler von anderen Videos abgelenkt werden und alles ist sauber an Ort und Stelle.

Neben den Videos stellt der Lehrer unter der Kategorie Otts Educational Resources auch Arbeitsblätter und Tests zur Verfügung. Letztere hat er mit h5p (https://h5p.org) erstellt und dann eingebunden.

 

Das sagen seine Schüler dazu

Meiner Meinung nach war Flipped Classroom ein voller Erfolg. Die Videos ermöglichten ein wiederholtes Anschauen zu Hause, falls der teilweise doch sehr anspruchsvolle Stoff beim ersten Mal nicht verstanden wurde. Zudem kann damit das Problem aus der Welt geschafft werden, Inhalte abzuprüfen, die nur mündlich einige Stunden vor der Prüfung erwähnt wurden.

Im Nachhinein bin ich sehr froh, Flipped Classroom bei Ihnen früh vermittelt bekommen zu haben. Im zweiten Semester wird erst richtig deutlich, wie wichtig virtuelles Lernen ist. Mittlerweile studiere ich mehr von zu Hause aus, als ich an der Uni bin. Beispielhaft dafür ist das Fach Compliance und Vertragsrecht. Prüfungsanteil hier 30% Präsenz sowie 70% (!) Virtuell. Mir liegt es mittlerweile gut, obwohl es anfangs Überwindung gekostet hat. Der Weg unserer Hochschule bzw. Professoren ist hier eindeutig – entweder man geht den Weg mit und eignet sich das virtuelle Lernen an, oder man besteht eben obige Fächer wie Compliance und Vertragsrecht nicht.

 

Fazit: Unterricht mal anders!

Nach Aussage von Andreas Ott beinhalten seine Erklärvideos mehrere Vorteile:

  • Zeitersparnis im Unterricht
  • Zeitersparnis bei der Vorbereitung (die Videos werden einmalig erstellt und müssen nur in Ausnahmefällen überarbeitet werden)
  • Die Schüler bereiten sich mit einem für sie vertrauten Medium auf den Unterricht vor.
  • Videos können beliebig oft angesehen, angehalten und zurück- oder vorwärtsgespult werden.
  • Arbeitsblätter und Tests ergänzen und regen zur Vertiefung an.

Die Methode des Flipped Classroom in Verbindung mit Erklärvideos ist somit eine Möglichkeit, Unterricht etwas anders und auch effizienter zu gestalten. Probieren Sie es einfach mal aus!

 

Podcast

In der Podcast-Folge Nr. 6 unterhalte ich mich mit Andreas Ott über seine Erklehrvideos und Flipped Classroom.
Unsere Podcasts finden Sie auch auf iTunes und Spotify.

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