So ging die Mittelschule Neunburg vorm Wald den Weg zu elternfinanzierten iPads – Wegweiser Digitale Schule

SO GING DIE MITTELSCHULE NEUNBURG VORM WALD DEN WEG ZU ELTERNFINANZIERTEN IPADS

01.06.2019
So ging die Mittelschule Neunburg vorm Wald den Weg zu elternfinanzierten iPads © Mittelschule Neunburg vorm Wald

Beim Einsatz von Tablets im Unterricht stellt sich die Frage, wer die Geräte finanziert, bereitstellt und verwaltet.
Schulen können eigene Geräte anschaffen, und Lehrkräfte holen diese Geräte dann bei Bedarf mit Rollwagen in ihren
Unterricht.

Oder aber die Eltern schaffen schülereigene Geräte an, die die Schüler auch mit nach Hause nehmen können.
Diesen Weg wählte die Mittelschule Neunburg vorm Wald. Ich stelle Ihnen hier vor, wie der Schule dies gelang.

Der Weg zur 1:1-Schule

Die Mittelschule Neunburg vorm Wald (www.mischu-neunburg.de) startete sehr zügig mit dem Einsatz von iPads: Lehrkräfte wurden mit Dienst-iPads ausgestattet und mehrere Koffer mit schuleigenen Tablets angeschafft. Für die Schule war aber relativ schnell klar, dass jeder Schüler ein Gerät haben und vor allem auch mit nach Hause nehmen sollte. Dies wird als 1:1-Ausstattung bezeichnet.

Die Eltern und Schüler konnten schnell überzeugt werden

Für die Schulleiterin Irene Träxler und ihr Team war von Anfang an klar, dass insbesondere den Eltern der Einsatz der Tablets vorgestellt werden musste, damit ihnen der pädagogische Zweck und didaktische Nutzen bewusst wurde. An Elternabenden stellte deshalb das Kollegium unterrichtliche Konzepte vor, und Schüler präsentierten stolz ihre im Unterricht erstellten Medienprodukte.

Besonders medienaffine Schüler, die sich als Tutoren engagieren, präsentierten ihr Angebot und sicherten ihre Unterstützung beim Erlernen des Umgangs mit den Geräten zu. Somit konnte die Elternschaft schnell von der Idee elternfinanzierter Geräte überzeugt werden. Träxlers Geheimtipp: Die Eltern wurden wenige Monate vor Weihnachten darüber informiert – somit war für viele der Schüler ein passendes, sinnvolles und begehrtes Geschenk gefunden!

Mit ZuluDesk werden die Tablets verwaltet

Die Schule hat sich bei der Administration der Geräte für den Einsatz von ZuluDesk (www.wweiser.de/zulu) entschieden. Hierbei handelt es sich um eine MDM-Lösung (Mobile Device Management), mit der die gesamte Verwaltung der Geräte über das Internet erfolgt. Dazu ist es nicht erforderlich, die Geräte in die Hand zu nehmen. Damit dies für die ca. 300 iPads funktioniert, ist einer der beiden Systembetreuer mit dieser administrativen Aufgabe betraut.

Die ZuluDesk-Lösung kostet jährlich 5 € pro Gerät zzgl. Steuer.

Ein besonderer Clou bei dieser MDM-Lösung: Die Schüler dürfen auch eigene Apps kaufen und installieren – zu Schulzeiten sind diese aber auf den Geräten nicht sichtbar, sondern sie erscheinen erst wieder, wenn die Schüler zu Hause sind.

So wurde finanziert

Bei einem Preis von ca. 300 € ist das iPad nicht gerade teuer im Vergleich zu Laptops, die in dieser Preisregion deutlich weniger leisten können. Trotzdem ist es auch kein unerheblicher Betrag.

Damit die Finanzierung reibungslos funktioniert, war es der Schule wichtig, dass die Abwicklung komplett über den Anbieter vonstattengeht. Die Eltern konnten dabei zwischen einer Einmal- und einer Ratenzahlung wählen.

Neben dem Kopiergeld gibt es auch ein App-Geld

Kostenpflichtige Apps, welche die Schule für den Einsatz im Unterricht ausgewählt hat, werden auch über das MDM-System den
Schülern bereitgestellt. Finanziert werden diese durch die Eltern und den Sachaufwandsträger – dazu hat die Schule neben
dem klassischen Kopiergeld ein sogenanntes App-Geld in Höhe von 10 € pro Schuljahr eingeführt. Das Kopiergeld reduziert sich dadurch.

So werden die Lehrkräfte fit gemacht

Die Schule hatte bereits vor der Einführung der Schüler-iPads ein paar Experten im Kollegium, die bereits intensiv mit den Tablets im
Unterricht gearbeitet haben. Damit die Nutzung in die Breite geht, werden sogenannte APPetizer angeboten. Dabei handelt es sich um freiwillige Lehrerfortbildungen in der Schule, die nicht länger als 45 Minuten dauern und alltagsnah den Einsatz weitervermitteln.

Fazit: Neunburg vorm Wald zeigt, dass es möglich ist

Es hat mich erstaunt, dass in einer so kurzen Zeit alle Eltern und Schüler die Möglichkeiten der Tablets erkannt und diese selbst angeschafft
haben. Der Schachzug, das Konzept wenige Monate vor Weihnachten vorzustellen, ist ebenso clever wie die Fortbildungsangebote im knappen Format. Nur wenn die Lehrkräfte die vielfältigen Möglichkeiten wahrnehmen und für sich umsetzen, kann ein solcher Rollout
an der Schule auch gelingen.

Als Download finden Sie eine Liste von Bildungspartnern, die Ihre Schule mit iPads ausstatten und Ihnen weitere Services anbieten.

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