Medienkonzept

Das richtige Medienkonzept für Ihre Schule

Der Einsatz von digitalen Medien ist in einem modernen, offenen und schülerorientierten Unterricht nicht mehr wegzudenken. Die Vermittlung von Medienkompetenz sorgt dafür, dass die Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgern werden. Sie ermöglicht eine Teilhabe an der digitalen Gesellschaft. Für Ihre Schule bedeutet dies eine Berücksichtigung digitaler Lernprozesse in der Schulentwicklung. Es ist unabdingbar, dass Sie gemeinsam im Team ein Konzept ausarbeiten und dieses schriftlich dokumentieren. Dieser Beitrag bietet Ihnen wichtige Hilfestellungen bei der Umsetzung.

Darum ist die Vermittlung von Medienkompetenz wichtig

Schule kann und konnte sich nie allein auf die Vermittlung von klassischen Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen berufen. Zum Bildungsauftrag gehört ebenso der Erziehungsauftrag. Neben der Stoffvermittlung hat die Schule die Aufgabe, Werte zu vermitteln, das soziale Miteinander zu fördern und Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.

Mit der Digitalisierung kommt eine 4. Kulturtechnik hinzu: die Medienkompetenz. Sie soll die Schülerinnen und Schüler zu einem sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien befähigen. Genauso wichtig ist es, dass die Lernenden aus unterschiedlichen Werkzeugen das passende auswählen und situationsgerecht einsetzen können. 

Zusätzlich macht der Erziehungsauftrag vor der Digitalisierung nicht halt. Im Gegenteil: In Zeiten von Social Media, Cybermobbing, Fake News und Hate Speech ist er besonders wichtig.

Medienkompetenz und die Vermittlung von Werten in einer digitalen Welt müssen Hand in Hand gehen.

Ein Medienkonzept für die Pädagogik

Damit die Vermittlung von Medienkompetenz strukturiert und stringent erfolgt, benötigen Sie an Ihrer Schule ein Medienkonzept, oftmals auch Medienentwicklungsplan genannt.

Es dient der Dokumentation Ihrer kurz-, mittel- und langfristigen Planung und beinhaltet diese grundlegenden Bausteine:

  • Ausstattungsplan
  • Mediencurriculum
  • Fortbildungsplan

In den jeweiligen Artikeln für die Grundschule und das Gymnasium können Sie mehr zu den Bestandteilen des Konzepts nachlesen.

Wichtig: Sehen Sie das Medienkonzept nicht als Produkt, sondern als Prozess an. Die technischen Entwicklungen sind derart rasant und dynamisch, dass sie ständigen Änderungen unterworfen sind. Ein gut erstelltes Medienkonzept ist eine Dokumentation, die einer stetigen Überarbeitung bedarf. Es ändern sich nicht nur die technischen Voraussetzungen, sondern die Infrastruktur und die Geräte an Ihrer Schule verändern sich damit stetig. Ebenso werden Sie mit Sicherheit Anpassungen an Ihrem Mediencurriculum vornehmen wollen: Tools und Online-Dienste kommen und gehen und werden von moderneren Lösungen ersetzt. In Fortbildungen erfahren Sie und Ihr Kollegium neue Arbeitsmethoden mit digitalen Werkzeugen, die Sie dann in Ihr Curriculum einfließen lassen können. Halten Sie aus diesem Grund Ihr Medienkonzept aktuell und ständig anpassungsfähig.

Ein Medienkonzept für die Verwaltung

Eine Schule, die digitale Lernprozesse im Unterricht ermöglicht, sollte den digitalen Transformationsprozess auch in der Verwaltung anstreben. Dies funktioniert deutlich gesteuerter, da beispielsweise Schulverwaltungssoftware bei staatlichen und kommunalen Schulen nicht ausgesucht werden kann, sondern zentral zur Verfügung gestellt wird.

Mit einem Programm zur Schulverwaltung stehen Ihnen in der Verwaltung zahlreiche Funktionen zur Verfügung. Mit ihnen können Sie Ihre bisherigen Arbeitsprozesse digital umsetzen. Dazu zählen beispielsweise:

  • die Erstellung von Stundenplänen und Vertretungsplänen
  • die Erfassung und der Druck von Zeugnisdaten
  • der Export der Daten über Schnittstellen für externe Programme

Zum Medienkonzept für die Verwaltung zählt neben dem amtlichen Schulverwaltungsprogramm eine Reihe weiterer Werkzeuge und Infrastruktur:

  • Schulserver für den gemeinsamen Zugriff auf Austauschlaufwerke in der Verwaltung und im pädagogischen Netz
  • Mailserver für einheitliche Dienstadressen und die Kommunikation darüber
  • Professionelle Netzwerklösung (LAN und WLAN) im gesamten Schulgebäude
  • Anzeigetafeln (Digital Signage) mit Informationen wie Vertretungsplänen oder Speisekarten für die Mensa
  • Werkzeuge für die papierlose Kommunikation mit den Erziehungsberechtigten, wie beispielsweise Elternbriefe, Krankmeldungen oder Sprechstundenbuchung
  • Tools für die einfache Buchung von Räumen oder mobilen Endgeräten für die Lehrkräfte

Dies sind nur einige Beispiele, die aufzeigen, dass die Digitalisierung auch vor der Verwaltung nicht haltmacht. Sie zeigen, dass ein einheitliches Konzept die Planung und das Ausrollen deutlich erleichtert. Zudem lassen sich Zeiträume definieren, in denen Sie dies beabsichtigen. Dies ist wichtig, damit Sie sich finanziell und personaltechnisch nicht übernehmen.

Nutzen Sie die Ihnen zustehenden Fördergelder

Der Bund hat mit dem DigitalPakt Schule ein Förderprogramm zur Verfügung gestellt, das die Schulen bei der Umsetzung finanziell unterstützt. 40.000 Schulen stehen insgesamt 5,5 Milliarden Euro Fördergelder für die Jahre 2019 bis 2024 zur Verfügung.

Voraussetzung hierfür sind die Bildung eines Medienkonzept-Teams sowie die Einreichung dieses Konzepts bei Ihrer zuständigen Bezirksregierung. Zudem müssen die Kämmereien der Schulträger einen Förderantrag stellen, um später in den Genuss des Mittelabrufs zu kommen.

Für Ihren Träger heißt das im Klartext:

  • Sämtliche Beschaffungen im 5-Jahres-Zeitraum müssen zunächst aus den eigenen Haushaltsmitteln beglichen werden. Erst nach der Beschaffung können die Fördergelder abgerufen werden.
  • Der Bund finanziert mit 90 %. Die restlichen 10 % müssen die Schulträger eigenfinanzieren.

Neben dem DigitalPakt Schule gibt es unter Umständen für Ihr Bundesland noch weitere Förderprogramme, die Sie bei der Finanzierung unterstützen.

Fortbildungen und Unterrichtsmaterialien

Mit einem veränderten Lehren und Lehren unter den Bedingungen der Digitalität geht auch ein entsprechendes Fortbildungsangebot für die Lehrkräfte einher. In der Lehrerausbildung wird ein digital gestütztes Lernen in der Klasse zunehmend thematisiert und umgesetzt.

Damit das gesamte Kollegium abgeholt werden kann, sind Fortbildungsangebote an Ihrer Schule besonders wichtig. Dies kann über Lehrkräfte erfolgen, die Erfahrungen mit verschiedenen digitalen Medien und neuen Arbeitsmethoden gesammelt haben. Rufen Sie auch die Angebote der örtlich zuständigen Medienberater und Medienzentren ab.

Zusätzlich finden neue Themen Einzug in den Unterricht. Damit Lehrkräfte ihrer Klasse Themen wie beispielsweise Cybermobbing oder die Wirkweise von Filterblasen näherbringen können, sind entsprechende Unterrichtsmaterialien notwendig. Hier bieten Websites wie klicksafehandysektor oder saferinternet.at Hilfestellungen an.

Fazit: Eine „Digitale Schule“ ohne Konzept ist nicht zielführend

Digitales Lernen und ein verändertes Arbeiten in der Schulverwaltung sind komplexe Prozesse, die man nicht „einfach so nebenbei“ einführt. Sie benötigen eine wohldurchdachte Planung und einheitliche Umsetzung – im gesamten Kollegium. Wie bei der restlichen Schulentwicklung sollten Sie bei Ihrem Medienkonzept einen längeren Zeitraum einplanen. Überprüfen Sie es stetig, und passen Sie es an die gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklungen an. Nutzen Sie zusätzlich die Möglichkeit der Vernetzung: Mehrere Schulen vor Ort mit ähnlicher Ausrichtung müssen diese Arbeit nicht allein vollziehen. Machen Sie Gebrauch von Synergieeffekten, und sparen Sie Ressourcen beim Personal und bei der Arbeitszeit.