Technisches Know-How

Filme im Unterricht – ein wichtiger didaktischer Baustein!

Filmvorführungen sind seit Jahrzehnten ein wichtiges didaktisches Medium, um Inhalte zu vermitteln. Neben dem visuellen wird gleichzeitig der auditive Kanal angesprochen. Untermalungen durch Musik fügen eine nicht zu unterschätzende Dramatik hinzu. Die bewegten Bilder sorgen somit für eine verständliche Vermittlung des Lernstoffs und können die Motivation steigern – wenn sie gut eingesetzt werden. Filme im Unterricht zählen damit zu den Formen der Digitalisierung.

Der didaktische Film – passgenau für Ihren Schulunterricht

Didaktische Filme sind in der Regel speziell für den Unterricht produziert. Merkmale dieser Filme sind:

  • Sie knüpfen an die Inhalte der Lehrpläne einzelner Jahrgangsstufen, Fächer und Schularten an.
  • Didaktische Filme haben meist eine Gesamtspielzeit von weniger als 30 Minuten.
  • Diese Filme sind in kurze Sequenzen (Kapitel) unterteilt, sodass die Lehrkraft einzelne Inhalte des Mediums bequem auswählen kann.
  • Meist beinhalten sie Arbeitsblätter, Lösungen oder interaktive Übungen, damit Ihre Lernenden Ergebnisse sichern und ihr Wissen vertiefen können.

Damit ist der didaktische Film ein Medium, mit dem Sie als Lehrer die Lernprozesse Ihrer Schüler anschaulich unterstützen können.

Didaktische Filme werden von speziell auf den Bildungsmarkt fokussierten Firmen produziert. Hierzu gehören beispielsweise die FWU, GIDA oder didactmedia.

Sie als Lehrer können diese Lehrfilme meist in einer Einzellizenz erwerben. Darüber hinaus gibt es noch Schullizenzen und Lizenzen für Medienzentren.

Medienzentren bieten Ihnen ein großes Angebot

Filme als Lehrer zu erwerben kann teuer werden. Das muss nicht sein! Jeder Landkreis verfügt über ein Medienzentrum, das neben vielen anderen Medien und Verleihgeräten auch didaktische Filme mit dazu passendem Unterrichtsmaterial anbietet. Der Verleih an Lehrkräfte ist kostenlos, und Sie können sich aus einem großen Angebot bedienen.

Die meisten Medienzentren bieten neben dem Verleih von DVDs auch das Online-Streaming an. Um diesen Distributionskanal nutzen zu können, benötigen Sie einen Internetbrowser und Zugangsdaten. Der didaktische Film wird dann online abgespielt und bietet dieselben Funktionen wie die physische DVD. Informieren Sie sich bei Ihrem zuständigen Medienzentrum über dieses Angebot.

Sie können zusätzlich von Online-Filmen profitieren, wenn Ihr Bundesland über eine Lernplattform verfügt. Ein an diese Plattformen angebundenes Medienzentrum ermöglicht Ihnen dann die Einbindung von Lehrfilmen in Online-Kurse. Somit sind die Schüler dann in der Lage, einzelne Filmausschnitte anzusehen und Aufgaben aus dem beiliegenden Unterrichtsmaterial dazu zu bearbeiten.

Sie besitzen „Schindlers Liste“  auf DVD und sind sich nicht sicher, ob Sie diesen privat gekauften Film im Schulunterricht zeigen dürfen? Ihre Unsicherheit ist nicht unbegründet. In der Vergangenheit haben die Verwertergesellschaften von Filmen Schulen schriftlich davor gewarnt und auch die rechtlichen Konsequenzen angezeigt. Glücklicherweise haben die Bildungsministerien der Bundesländer für Klarheit gesorgt: Der Unterricht in einer Klasse gilt als nicht-öffentlich. Filmvorführungen im Klassenverband steht damit nichts mehr im Wege – ohne Einschränkungen.

Anders verhält es sich bei einer Doppelführung: Wenn sich in Ihrem Klassenzimmer Schüler aus zwei Klassen befinden, gilt diese Ausnahmeregelung nicht mehr. Auch das Zeigen von kurzen Filmausschnitten ist nicht zulässig.

Wie sieht das bei zusammengewürfelten Klassen, beispielsweise beim Ethikunterricht aus? Da diese eine Lerngruppe bilden und auch regelmäßig basierend auf der Stundentafel unterrichtet werden, zählen sie wie ein Klassenverband. Private Filme dürfen Sie auch hier vorführen.

Filme über YouTube – das sollten Sie beachten!

Natürlich bietet auch YouTube einen schnellen Zugang zu vielen Erklärvideos. Vielleicht nutzen Sie schon die gut gemachten Filme von simpleclub, explainity oder MrWissen2go. Diese zeichnen sich vor allem durch eine schülergerechte und lockere Sprache aus, verfügen in der Regel aber über kein Zusatzmaterial.

Neben den klassischen Erklärvideos bietet YouTube auch ein schier grenzenloses Repertoire an Filmen aller Art. Beim Vorführen in der Klasse sollten Sie auf das Urheberrecht achten: Sie dürfen nur Filme zeigen, die offensichtlich nicht dagegen verstoßen.

So erkennen Sie rechtmäßig hochgeladene Videos: Nehmen wir an, Sie suchen nach Videos zum Borkenkäfer. Dabei stoßen Sie auf einen Beitrag des WDR. Als Kanal unter dem Video wird der Westdeutsche Rundfunk gelistet. Dieses Video dürfen Sie vorführen. Anders verhält es sich, wenn beim Kanalnamen eine Privatperson gelistet ist. Sie können nicht davon ausgehen, dass der WDR dieser Veröffentlichung zugestimmt hat. Diesen Beitrag dürfen Sie nicht zeigen.

Noch ein wichtiger Punkt: Werbung! Bei YouTube werden teilweise zu Beginn eines Videos und auch währenddessen Werbungen eingeblendet. Im Schulunterricht ist es aber nicht zulässig, diese zu zeigen. Statt der regulären YouTube-Seite ist es empfehlenswert, den Dienst INVIDIOUS zu nutzen. Dabei handelt es sich um eine veränderte Oberfläche, mit der Sie auf das gesamte Repertoire von YouTube zurückgreifen können. Werbung wird dabei nicht angezeigt. Empfohlene Videos, die bei YouTube rechts vom eigentlichen Film eingeblendet werden, sind nicht direkt sichtbar.

Bestehende Filme interaktiv machen mit H5P

Didaktische Filme weisen zum Teil bereits interaktive Elemente auf, mit denen Sie Ihre Lernenden aktivieren können: Die Videos werden nach einer Zeit pausiert, und die Schüler bekommen beispielsweise die Möglichkeit, Multiple-Choice-Fragen zu beantworten. Bei einem richtigen Ergebnis fährt der Film dann fort.

Dies können Sie auch selbst und erstaunlich einfach realisieren. Alles, was Sie dazu benötigen, ist ein YouTube-Video und einen kostenlosen Account bei H5P.

So erstellen Sie Ihr interaktives Video in 10 Schritten:

  1. Melden Sie sich bei H5P an.
  2. Klicken Sie auf My account und dann auf Contents.
  3. Wählen Sie den Punkt Create New Content.
  4. Bei der Liste der verfügbaren Inhaltstypen klicken Sie auf Interactive Video.
  5. Vergeben Sie einen Titel und fügen Sie über die „+“-Schaltfläche den Link auf ein YouTube-Video hinzu.
  6. Im Reiter Step 2 – Add interactions wählen Sie dann die Stelle im Video aus, an der eine Interaktion eingebaut werden soll, und pausieren das Video.
  7. Wählen Sie dann am oberen Bildschirmrand die Schaltfläche Multiple Choice aus und klicken Sie auf Poster.
  8. Die Felder Question und Available options füllen Sie mit Fragen und möglichen Antworten. Richtige Antworten markieren Sie mit Correct. Mit Klick auf Done wird Ihre interaktive Aufgabe hinzugefügt, und Sie können das Poster hinsichtlich seiner Größe und Position verändern. Diesen Schritt können Sie an beliebigen Stellen im Video wiederholen.
  9. Vergessen Sie nicht, das fertige Video mit Save abzuspeichern.
  10. Den Link zum fertigen H5P-Video kopieren Sie aus der Adresszeile und geben ihn an Ihre Schüler weiter.

Fazit: Filme bereichern Ihren Unterricht

Filme sind ein wichtiges Medium, mit dem Sie Ihren Unterricht abwechslungsreich und anschaulich gestalten können. Dabei können Sie auf verschiedene Quellen zurückgreifen, um für Ihr Fach und Ihre Klasse das passende Material zu bekommen. Mit dem Tool H5P können Sie außerdem herkömmliche Videos schnell zu interaktiven Filmen umbauen und somit die Aktivität Ihrer Schüler erhöhen.