Pro & Contra

Android-Tablets sind besser als iPads

Julia Hastädt
Lehrerin
Pro Contra
Gizem Özdemir
Lehrerin und Systembetreuerin
Pro

Android-Tablets – Fairer und günstiger

Ich kann den ganzen Hype um die Apple-Geräte in Schulen nicht nachvollziehen. Da werden teure Geräte bedenkenlos beschafft mit Ausschreibungen, die gegen das Vergaberecht verstoßen, weil damit ja nur ein Hersteller zum Zug kommen kann und folglich niemand mitbieten kann – abgesehen von den Händlern, aber unter einer fairen Beschaffung verstehe ich etwas anderes. Dann werden die exklusiven Apps auf der iPad-Plattform gelobt und dabei übersehen, dass es für Android genauso gute Alternativen gibt. Man muss sich halt nur selbst erkundigen oder einmal umhören, statt unkritisch alles zu glauben. Das Argument mit der MDM-Verwaltung, die bei den Cupertino-Geräten so hoch gelobt wird, ist auch nicht mehr haltbar: Android-Geräte können ebenso gut zentral administriert werden wie iPads. Hier ist in der Vergangenheit einiges passiert – wer das Gegenteil behauptet, hat die Entwicklung der letzten Jahre einfach ausgeblendet. Und wenn Schulen sich gegen eine zentrale Administration entscheiden und lieber BYOD bevorzugen, können die Lernenden selbst ein Android-Gerät aus verschiedenen Herstellern auswählen und damit im Unterricht arbeiten. Das ist fairer, vielfältiger – und vor allem günstiger. Keine Frage: Apple bietet mit dem iPad für Schulen ein wirklich gutes Werkzeug an. Es ist aber nicht zielführend, wenn so getan wird, als gäbe es keine vergleichbar guten Alternativen!

Contra

iPads sind aus didaktischer Sicht die bessere Wahl

Viele Schulen haben in den vergangenen Jahren versucht, mobile Endgeräte für zeitgemäßes Lernen in den Unterricht zu implementieren. Dabei sollte es vor allem auch darum gehen, dass die Schulorganisation (u. a. digitale Heftführung) und das Erstellen von Lernprodukten ermöglicht werden. Sowohl Lehrkräfte als auch Lernende sollten sich auf Inhalte und Methoden konzentrieren können und sich nicht mit technischen Besonderheiten verschiedener Hersteller auseinandersetzen müssen. Das Argument, dass iPads teurer sind, gilt nur flüchtig. Denn im Vergleich zu Android bietet iOS (mit Pages, Keynote, Numbers, iMovie, Sprachmemo und Co.) eine große Palette an Anwendungen, die für digitales Arbeiten im Unterricht unerlässlich sind — inhouse, ohne zusätzliche Kosten. Wenn dann auch Lehrkräfte mit iPads agieren, entsteht ein exzellenter Workflow, bei Problemen kann schneller unterstützt werden und das Beste — ohne lange Uploads können Arbeitsmaterialien sowie Lernprodukte schnell und sicher per AirDrop verschickt werden. Über ein MDM kann zugleich sichergestellt werden, dass Updates regelmäßig erfolgen und fachspezifische Apps bei Bedarf zentral verteilt werden, deren Kosten dann z. B. auch über den Schulträger als Lernmittel übernommen werden können. So können Lehrende und Lernende ihren Fokus auf Inhalte setzen. Sie würden doch auch nicht in einer Klasse dauerhaft parallel mit Lehrbüchern verschiedener Verlage arbeiten, oder?