Pro & Contra

Lehrer-Dienstgeräte müssen datenschutzkonform konfiguriert werden

Ulrich Oberender
Lehrer
Pro Contra
Carina Stallein
Lehrerin
Pro

Unsicherheiten bei der Nutzung können vermieden werden

Digitale Dienstgeräte für Lehrkräfte müssen 2 Bedingungen erfüllen, damit sie im schulischen Alltag gewinnbringend eingesetzt werden können. Einerseits sollten sie durch die Installation zusätzlicher geeigneter Software nach individuellen Nutzungsvorstellungen angepasst werden können. Zugleich sollten sie aber so konfiguriert sein, dass eine datenschutzkonforme Verarbeitung personenbezogener Daten gewährleistet ist. Bei einer angemessenen Konfiguration der dienstlichen Endgeräte können Daten mit Personenbezug wie Noten- oder Adresslisten auf einem verschlüsselten und passwortgeschützten Datenträger wesentlich sicherer verwahrt werden als in einer analog geführten Papiersammlung. Bei Lehrkräften kann jedoch nicht pauschal das informatische Grundwissen, das für diese Konfiguration notwendig ist, vorausgesetzt werden. Neben einer Nutzungsvereinbarung mit konkreten Vorgaben, die auch den Datenschutz betreffen, stellt eine datenschutzkonforme Grundkonfiguration der Dienstgeräte deshalb eine Grundvoraussetzung dafür dar, dass alle Lehrerinnen und Lehrer in der Lage sind, die Geräte rechtssicher zu verwenden. Damit alle Kolleginnen und Kollegen auch beim Einsatz dienstlicher digitaler Endgeräte mitgenommen werden, müssen sie sich darauf verlassen können, dass Daten, die im dafür vorgesehenen Bereich ihres Endgeräts abgelegt werden, auch sicher verwahrt sind.

Contra

„Wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist, so ist es verboten.“

Eine einfache Grundregel des Datenschutzes besagt: „Wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist, so ist es verboten.“ Im Kontext „Schule“ bedeutet dies, dass einige wenige Anwendungsbereiche wie Notenverwaltung, Speicherung von Leistungsnachweisen u. a. juristisch klar geregelt sind. Jenseits dieses Verwaltungskerns verschleiert ein Nebel aus diffusen Vorgaben, Empfehlungen und Gesetzen die dringend notwendige datenschutzrechtliche Klarheit. Aus dieser Perspektive heraus erfordern datenschutzkonform konfigurierte Lehrer-Dienstgeräte eine restriktive Nutzerordnung sowie eine zentrale Verwaltung und Kontrolle der installierten Programme. Es liegt auf der Hand, dass offene Haftungsfragen und Administrationsaufwand der Freiheit der Nutzer enge Grenzen setzen. Die Befriedigung individueller Wünsche bzgl. Software oder Nutzerordnung dürfte in der Realität schlicht nicht realisierbar sein. Schule ist jedoch immer ein Konstrukt individueller Wünsche und Beziehungen. Schule ist mehr als die Summe von Notenverwaltung und Speicherung von Leistungsnachweisen. Schule ist ein kreatives Miteinander und das Experimentieren mit neuen Lehr- und Lernformen in einer sich stetig wandelnden digitalisierten Welt. Datenschutzkonform konfigurierte Dienstgeräte haben auf diesen steten Wandel jedoch nur eine Antwort: „Wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist, so ist es verboten.“