Distance Learning und Geräteverleih: Mit diesen Tipps unterstützen Sie Ihre Lernenden – Wegweiser Digitale Schule

DISTANCE LEARNING UND GERÄTEVERLEIH: MIT DIESEN TIPPS UNTERSTÜTZEN SIE IHRE LERNENDEN

01.08.2020
Distance Learning und Geräteverleih: Mit diesen Tipps unterstützen Sie Ihre Lernenden © MNStudio - stock.adobe.com

Eine der Herausforderungen während der Corona-Pandemie sind fehlende Endgeräte bei Lernenden zu Hause: Geschwister müssen sich manchmal Tablets oder Laptops teilen, und es gibt Haushalte, in denen nur Smartphones verfügbar sind.

Damit digitales Lernen zu Hause aber wirksam gelingen kann, ist eine Ausstattung mit passenden Endgeräten notwendig. Der Verleih von schulischen Geräten ist daher eine Möglichkeit, um diese Defizite abzufedern. Lesen Sie, wie Ihnen das gelingt.

500 Mio. € Sofortausstattungsprogramm

Der Koalitionsausschuss hat beschlossen, 500 Mio. € an Geldern für ein Sofortausstattungsprogramm den Schulen zur Verfügung zu stellen. Diese Gelder, die nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel an die einzelnen Bundesländer verteilt werden, sollen schnell und unbürokratisch zur Verfügung stehen.

 

Das sind die Rahmenbedingungen

  • Die Beschaffung von mobilen Endgeräten (Tablets und Laptops) wird gefördert.
  • Familien, die zu Hause nicht über WLAN verfügen, können damit auch über WLAN-Hotspots versorgt werden. Die monatlichen Gebühren dafür werden jedoch nicht gefördert.
  • Die Fördergelder gibt es zusätzlich zum DigitalPakt Schule.
  • Aus dem Sofortausstattungsprogramm werden die Beschaffungen zu 90 % erstattet. In der Regel werden die übrigen 10 % mit Ländergeldern aufgefüllt, sodass Ihr Schulträger diesen Anteil nicht erbringen muss.
  • Auch Höchstgrenzen, die der DigitalPakt Schule bei der Beschaffung von mobilen Endgeräten definiert hat (25.000 € pro Schule bzw. 20 % der Gesamtinvestitionssumme für alle Schulen eines Trägers), entfallen.
  • Eine bereits durchgeführte WLAN-Ausstattung an der Schule ist keine Voraussetzung für die Förderfähigkeit.
  • Die Endgeräte werden vom Sachaufwandsträger beschafft, an die Schulen verteilt und von diesen an bedürftige Schüler ausgegeben.
  • Nach Einstellung des digitalen Fernunterrichts gehen die mobilen Endgeräte in den schulischen Bestand über.
  • Für die Schüler und Eltern findet keine Bedürftigkeitsprüfung statt.

 

So gehen Sie vor

  1. Von Ihrer zuständigen Kämmerei wurden Sie bereits über die zur Verfügung gestellte Summe informiert. Ebenso hat Ihr Sachaufwandsträger bei der zuständigen Bezirks- oder Landesregierung schon den Antrag für die Förderung gestellt.
  2. Das Sofortausstattungsprogramm sieht einen vorgezogenen Maßnahmenbeginn ab dem Zeitpunkt der durch die Corona-Pandemie bedingten Schulschließungen vor. Wenn Sie also ab diesem Zeitraum mobile Endgeräte beschafft haben, können Sie sich diese über das Förderprogramm erstatten lassen.
  3. Wenn Ihr Schulträger bis jetzt noch keine Endgeräte beschafft hat, kann er dies mit dem neuen Schuljahr noch durchführen. Wichtig ist nur die fristgerechte Antragstellung.

 

Leihverträge als wichtiger Bestandteil

Ich empfehle Ihnen dringend, die mobilen Endgeräte nur mit einem Leihvertrag an die Eltern auszugeben. Dieser sollte u. a. Folgendes beinhalten:

  • Die Seriennummer des verliehenen Gerätes.
  • Den Hinweis, dass das Endgerät nur für schulische Zwecke verwendet und keine Software gelöscht oder zusätzlich installiert werden darf.
  • Den Beschaffungspreis und die damit verbundene Notwendigkeit, die Summe bei Verlust oder Beschädigung (teilweise) erstatten zu müssen. Ein zusätzlicher Ratschlag, die Geräte für die Dauer der Leihgabe privat zu versichern, ist hier empfehlenswert.
  • Eine Datenschutzerklärung, die darauf hinweist, dass eventuell personenbezogene Daten auf dem Gerät gespeichert werden, und den Hinweis, dass nach Rücklauf die Geräte zurückgesetzt und alle Informationen gelöscht werden.

 

Fazit: Endlich Leihgeräte!

Passende mobile Endgeräte in Schülerhand sind eine wichtige Voraussetzung, damit Lernen zu Hause überhaupt stattfinden kann. Schulen, die bereits seit längerer Zeit über eine 1:1-Ausstattung verfügen, können hier relativ entspannt weiterarbeiten. Der Großteil der Schulen ist aber nicht in dieser glücklichen Situation.

Das Sofortausstattungsprogramm ist somit ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn die Geräte nach Verleih in den Schulbestand übergehen, ist es sinnvoll, diese mit weiteren Geräten zu ergänzen und die Arbeit damit möglichst allen Lernenden zu ermöglichen. Diese Anschaffungen sind aus meiner Sicht deutlich wirkungsvoller als teure interaktive Präsentationslösungen.

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