Medienkompetenz der Schüler fördern

Fake News: Gefahr für Ihre Schüler

Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer anderen Mediengesellschaf t auf, als dies noch bei deren Elt ern der Fall war. Die Massenmedien sind längst zu „Medien der Massen“ geworden. Während bei den klassischen Medien wie Zeitung, Radio und Fernsehen die Bürgerinnen und Bürger die Empfänger von Informationen waren, sind sie nun mit dem Netz und vor allem durch Social Media gleichzeitig in der Rolle der Sender. Das ist gut, denn diese neue Art von Medien fördert nun die demokratische Partizipationsmöglichkeit vieler. Die Kehrseite davon ist, dass das Internet mittlerweile aber voll von falschen Gerüchten, Halbwahrheiten und absichtlichen Lügen ist. Bereits früh und systematisch geförderte Medienkompetenz hilft Kindern und Jugendlichen, diese eher zu durchschauen und ihnen nicht auf den Leim zu gehen.

Medien brauchen Medienkunde

Fast alle Ihre Schülerinnen und Schüler besitzen ein Smartphone und haben meist immer und überall Zugang zum Internet. Was in den 90er-Jahren langsam mit dem Web begann und als Demokratisierung der Informationen gefeiert wurde, ruft mittlerweile auch viele Kritiker auf den Plan, die nicht zu Unrecht von einer Informationsverschmutzung sprechen. Damit Ihre Lernenden alternative Medien, Manipulationen und Verschwörungen erkennen und bewerten können, ist ein hohes Maß an Medienkunde notwendig. Ich zeige Ihnen in diesem Artikel, wie Sie diese vermitteln können.

Alternative Medien und personalisierte Algorithmen

Alternative Medien wie die Kreml-finanzierte RT (Russia Today, rtdeutsch.com), die besonders einseitig prorussisch berichten, oder Kopp Online, ein mittlerweile geschlossenes Internetportal des Kopp-Verlages, welches durch krude Verschwörungstheorien von sich reden machte (Beispiel: Orientalische Erntehelfer sollen Lebensmittel mit ihren Fäkalien in Kontakt gebracht und so die EHECEpidemie durch ihren „Fäkalien-Dschihad“ ausgelöst haben), sind häufig nur einen Klick entfernt. Für viele Menschen, die sich nicht aktiv mit dieser Art der Berichterstattung auseinandersetzen, ist die Chance, hiermit in Berührung zu kommen, trotzdem nicht selten gering. Ein im eigenen Nachrichtenfeed auftauchender Artikel dieser Art, den eine befreundete Person postete, wird von uns häufig besser bewertet, als wenn wir diese Nachricht nicht empfohlen bekommen hätten. Schnell liket man – man kennt die Person ja, von der dieser Artikel stammt, und schon ist es passiert: Die Algorithmen von Facebook und Co. lernen aus dieser Aktion und streuen mitunter automatisiert ähnliche Nachrichteninhalte in Zukunft in unsere Nachrichtenliste mit ein.

Parteien nutzen Fake News gezielt

Besonders zugenommen haben Fake News im Zuge der Flüchtlingsmigration und dem damit einhergehenden Wiedererstarken rechter bis rechtsextremer Parteien. Diese nutzen immer wieder Halbwahrheiten, um Stimmung zu machen und den Volksparteien die Wähler abzugraben. So z. B. auch ein Beitrag der AfD auf Facebook, der ein Fahnenmeer an Deutschlandflaggen zeigt und auf der „Großdemo“ Tausende Demonstranten vermuten lässt. Eine Google-Rückwärtssuche (Näheres hierzu erfahren Sie im Portal) zeigt, dass das Bild von einer Werbeaktion für die Fußball-WM 2018 entstammt und von der Partei zweckentfremdet wurde.

Lösungsansätze

Ich empfehle Ihnen für den Einstieg im Unterricht den SWR-Fakefinder und das Spiel Fake News App. Beides sind Seiten im Netz, welche die Schülerinnen und Schüler ohne Anmeldung nutzen können. Beim Fakefinder werden Meldungen präsentiert, die dann als „Fake“ oder „Not Fake“ eingestuft werden können. Gleichzeitig haben die Lernenden die Möglichkeit, die ursprüngliche Quelle zu prüfen. Einmal abgegebene Bewertungen werden von der Seite dann aufgegriffen und näher erklärt. Bei der Fake News App schlüpfen die Schülerinnen und Schüler in die Rolle eines jungen Journalisten, der frisch bei einer Agentur anfängt und erste Erfahrungen mit seriöser und unseriöser Berichterstattung sammelt. Das Browser-Spiel simuliert eine typische Messenger-App, in der die Geschichte ihren Lauf nimmt. Die Aufmachung und die Alltagsnähe gefallen mir gut. Eine weitere Idee: Fake News können am besten erkannt werden, wenn man die Gestaltungsprinzipien kennt. Geben Sie daher Ihren Schülerinnen und Schülern den Auftrag, Meldungen eigenständig zu erfinden und diese möglichst überzeugend zu gestalten. Die Schüler können hierzu ein Textverarbeitungsprogramm oder ein Präsentationswerkzeug nutzen oder auf Online-Tools wie Canva zurückgreifen. Weitere Möglichkeiten, wie Sie das Thema im Unterricht behandeln können, finden Sie im Portal.


Meine Buchempfehlungen

  • Schweiger, W.: Der (des-)informierte Bürger im Netz: Wie soziale Medien die Meinungsbildung verändern, ISBN: 978-3658160579
  • Wampfler, P.: Schwimmen lernen im digitalen Chaos: Wie Kommunikation trotz Nonsens gelingt, ISBN: 978-3727278860

Fazit

Kinder und Jugendliche haben heute Zugriff auf unglaublich viele Informationen. Dabei stehen sie vor 2 Herausforderungen: Wichtiges von Unwichtigem filtern und Fakten von Fake News unterscheiden – die Grenzen sind dabei fließend. Verzerrte, unvollständige und falsche Bilder der gesellschaftlichen Wirklichkeit können somit verhindern, dass Heranwachsende zu mündigen Bürgern werden. Elternhaus und Schule stehen daher in der Pflicht, hier Aufklärung zu leisten.


Workshop

Versuchen Sie, fächerspezifische Anknüpfungspunkte für das Thema „Fake News“ im Unterricht zu finden. Wählen Sie insbesondere Fächer aus, bei denen Sie der Auffassung sind, dass es hier keine Schnittmengen zum Thema geben kann (vernachlässigen Sie deshalb das Fach Ethik an dieser Stelle). Im Portal finden Sie eine Liste ausgewählter Fächer mit Empfehlungen.

Deutsch:

Mathe:

Englisch:

Naturwissenschaften:


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Fake News

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Workshop – Fake News

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