Medienzentren – meist unbekannt und doch so hilfreich, gerade bei der Digitalisierung! – Wegweiser Digitale Schule

MEDIENZENTREN – MEIST UNBEKANNT UND DOCH SO HILFREICH, GERADE BEI DER DIGITALISIERUNG!

01.07.2020
Medienzentren – meist unbekannt und doch so hilfreich, gerade bei der Digitalisierung! © ST22Studio - stock.adobe.com

Als Leiter des Medienzentrums Dachau nutze ich jede Fortbildung, um bei den Teilnehmern nachzufragen, wer das Medienzentrum in unserem Landkreis kennt. Und jedes Mal bin ich wieder erstaunt, dass dann nur ganz wenige Hände nach oben gehen. Medienzentren sind in ganz Deutschland ein wichtiger Part bei der Digitalisierung der Schulen. Kennen Sie schon Ihr Medienzentrum?

Von der Kreisbildstelle über die Medienzentrale zum Medienzentrum

So wie in meinem Fall (Medienzentrum Dachau) haben sich die heutigen Medienzentren aus den früheren Kreisbildstellen entwickelt. Der Name lässt schon darauf schließen, dass jeder Kreis über eine derartige Einrichtung verfügte und auch heute noch verfügt. Im Angebot war vorrangig der Verleih von Medien mit Stand- und Bewegbildern. Dazu zählten Dias, 16-mm-Filme, VHS-Kassetten und später – als sich viele Bildstellen schon in Medienzentralen umbenannten – DVD-Filme.

Vermutlich weil der Begriff „Medienzentrale“ etwas zu „zentralistisch“ und auch etwas altmodisch klingt, haben die meisten sich dann in Medienzentrum umbenannt.

Egal, ob Kreisbildstelle, Medienzentrale oder Medienzentrum: Diese Einrichtungen sind meist den Landratsämtern unterstellt und bieten ihre Dienste für alle Schulen, Kindertagesstätten und gemeinnützigen Vereine in der Regel kostenlos an.

 

Weg vom physischen Verleihmedium hin zur Online-Distribution

Mittlerweile haben viele Medienzentren die Mehrzahl der alten Trägermedien aus dem Verleih genommen und bieten meist nur noch DVDs an. Aber auch hier ist festzustellen, dass die Thekenverleihzahlen rückläufig sind. Das hängt ganz klar damit zusammen, dass viele Medienzentren ihre Lehrfilme nun über Online-Distributionsplattformen anbieten. Die so zur Verfügung gestellten Filme können Sie entweder streamen oder häufig auch herunterladen. Dabei unterscheidet sich die Darbietung nicht vom früheren Einlegen einer DVD in das Wiedergabegerät: Sie werden meist von einem Menü begrüßt, in dem Sie den Hauptfilm oder kürzere Sequenzen starten können. Außerdem beinhalten viele Schulfilme auch Arbeitsblätter, Lösungen sowie zunehmend auch interaktive Übungen.

Bei den Verleihfilmen handelt es sich um speziell für die Schulen hergestellte und auf die Lehrpläne abgestimmte Produktionen. Diese werden als Kreislizenzen verkauft und dürfen somit von allen Schulen und Kindertagesstätten des Kreises für unterrichtliche Zwecke genutzt werden – dies schließt im Übrigen auch öffentliche Vorführungen bei Schulfesten mit ein.

 

Immer mehr Medienzentren verfügen über 3D-Drucker und bieten Schulungen an, wie Sie diese didaktisch einsetzen können. © Seventyfour – stock.adobe.com

VR-Brillen, 3D-Drucker, Tablets und noch vieles mehr!

 

 

Nicht nur der Name bei vielen Medienzentren ist neu, sondern auch eine Modernisierung im Hinblick auf digitale Lernangebote und eine Verbreiterung des Angebots. So bieten etliche kommunale Medienzentren mittlerweile VR-Brillen für den Verleih an, die bereits mit didaktischen Angeboten in 3D verliehen werden. Hierzu zählt beispielsweise Google Earth VR oder das in der Juliausgabe von 2019 vorgestellte Dein erster Tag, welches die Berufsorientierung unterstützt (wweiser.de/erstertag).

Aber auch spezielle 360-Grad-Videos auf YouTube bieten hautnahe Erlebnisse, wie etwa Tiere in der Savanne oder Unterwasserwelten.

Sogar 3D-Drucker stehen häufig in Medienzentren zur Verfügung. Teilweise als portable Geräte zum Verleih, teilweise, um Lehrkräften Schulungen hierzu vor Ort anzubieten und ihnen den vielfältigen Einsatz im Unterricht vorzustellen.

Ebenso verfügen etliche Medienzentren meist über Tablet-Wagen für den Verleih. Diese sollen zum einen interessierten Schulen zum Test vor einer Beschaffung dienen. Zum anderen bieten sie aber auch Schulen die Möglichkeit didaktische Apps auszuprobieren, bevor diese in großen Mengen für die eigenen schulischen Tablets gekauft werden.

Daneben werden Sie vor Ort im Umgang mit diesen Geräten und den didaktischen Möglichkeiten geschult.

 

Software und Services

Damit jedoch nicht genug: Wenn es um den Einkauf von Lizenzen geht, können Medienzentren aufgrund der größeren Menge häufig bessere Konditionen erzielen als einzelne Schulen. Ein Beispiel ist die Lösung Tutory, mit dessen Hilfe Lehrkräfte auf sehr einfache Art und Weise ansprechende Arbeitsblätter erstellen können (Näheres hierzu können Sie in der Oktoberausgabe 2018 und auch hier nachlesen: wegweiser-digitale-schule.de/tutory). Somit erhalten die Lehrkräfte dann über ihr Medienzentrum meist kostenlos diese und auch andere Lizenzen.

Zudem bekommen Sie hier mitunter auch Services angeboten. Diese reichen von Videokonferenzlösungen bis hin zu Cloudspeicherangeboten, die Sie als Lehrkraft gratis nutzen können. Der Vorteil liegt hier klar auf der Hand: Einzelne Schulen müssen sich nicht darum kümmern und ständig „das Rad neu erfinden“. Außerdem haben landkreisweite Gesamtlösungen häufig auch den Vorteil, dass sich Schulen besser miteinander vernetzen und von gemeinsamen Fortbildungen profitieren können. Und ein letzter, nicht zu vernachlässigender Punkt: Den Schulen wird damit gleichzeitig die datenschutzrechtliche Dokumentation abgenommen, da die Medienzentren hier nötige Einwilligungsformulare und Verträge zur Verarbeitung im Auftrag mitliefern.

 

Beratung zu verschiedenen Medienthemen

In Ergänzung zum Verleih und dem Angebot von Dienstleistungen bieten Medienzentren auch Beratung und Schulungen zu medienpädagogischen und -didaktischen Themen an. Häufig werden Workshops vor Ort angeboten, die zum Ausprobieren einladen und neue Ideen für einen modernen mediengestützten Unterricht liefern. Aber auch Fragen zu medienrechtlichen Themen wie zum Urheberrecht oder auch zum Datenschutz werden kompetent beantwortet, damit Sie in Ihrer schulischen Arbeit Rechtssicherheit haben.

 

Fazit: Medienzentren als wichtiger Baustein

Ihr örtliches Medienzentrum bietet Ihnen eine wichtige Unterstützung bei der Digitalisierung von Unterricht. Die Mitarbeiter helfen Ihnen dabei, Ihren Unterricht anschaulich zu gestalten und interessant mit Medien zu unterstützen. Darüber hinaus bekommen Sie kompetente Ratschläge und viele kostenlose Angebote – probieren Sie es einfach einmal aus!

 


Workshop

  • Suchen Sie im Internet oder auf der Website Ihrer Schulverwaltungsbehörde nach den Kontaktdaten Ihres Medienzentrums.
  • Informieren Sie sich über die Angebote, die das Medienzentrum für Sie bereithält.
  • Besorgen Sie sich eventuelle Zugangsdaten, um die Dienste nutzen zu können.
  • Finden Sie heraus, welche Fortbildungen Ihnen das Medienzentrum anbietet und wie Sie sich dafür anmelden können.

 

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