So bieten Sie nachhaltig Fortbildungen an, um zeitgemäßes Unterrichten mit digitalen Medien im Kollegium zu etablieren – Wegweiser Digitale Schule

SO BIETEN SIE NACHHALTIG FORTBILDUNGEN AN, UM ZEITGEMÄßES UNTERRICHTEN MIT DIGITALEN MEDIEN IM KOLLEGIUM ZU ETABLIEREN

01.09.2019
So bieten Sie nachhaltig Fortbildungen an, um zeitgemäßes Unterrichten mit digitalen Medien im Kollegium zu etablieren © Robert Kneschke – stock.adobe.com

Vielleicht kennen Sie das: Sie bieten an Ihrer Schule eine Fortbildung zum Einsatz moderner Medien im Unterricht an, und Ihr Kollegium ist sichtlich begeistert. Sie stellen aber fest, dass sich kaum jemand im Nachgang an die Umsetzung herantraut. Mit anderen Worten: Der Effekt der Schulung ist verpufft.

Wie können Sie also dafür sorgen, dass Ihre Lehrkräfte das erlangte Wissen in ihren eigenen Unterricht langfristig einbauen? Dies möchte ich Ihnen in diesem Artikel beantworten.

Sorgen Sie mit Basis-Fortbildungen für die Grundlagenvermittlung

Oft beobachte ich an Schulen, dass zwar fabelhafte Einsatzmöglichkeiten von Tools, Apps und Endgeräten für den Unterricht vorgestellt werden, aber viele Lehrkräfte noch nicht über einfachere Grundlagenkenntnisse verfügen.

Sorgen Sie deshalb dafür, dass Ihre Lehrkräfte …

  • mit der Technik in ihrem Klassenzimmer zurechtkommen (reibungslose Verbindung diverser Endgeräte mit der zur Verfügung stehenden Projektionslösung, …)
  • über einen kompetenten Umgang mit dem Schulnetzwerk verfügen (Verbindung mit WLAN, Zugriff auf einzelne Netzlaufwerke, …)
  • mögliche Lernplattformen bedienen können.

Diese Vermittlung von Grundlagen sollten Sie – mit Unterstützung von kompetenten Lehrkräften oder externen Beratern – als verpflichtende Fortbildungen anbieten und deren Teilnahme auch dokumentieren. Somit gewährleisten Sie, dass Ihre Lehrkräfte technisch auf einem Niveau sind.

 

Mehr Didaktik statt Technik

Achten Sie darauf, dass keine Schulung den Schwerpunkt zu sehr auf die Technik lenkt. Sie haben in Ihrem Kollegium keine IT-Fachkräfte, sondern Lehrkräfte sitzen. Die Fortbildungen sollten stets den Fokus auf die mediendidaktische Umsetzung und nicht auf technische Details setzen.

 

Kurze SchiLFs auf freiwilliger Basis

Etablieren Sie an Ihrer Schule, aufbauend auf den Basis-Fortbildungen, Mikro-SchiLFs. Diese können beispielsweise wöchentlich von bereits fortgeschrittenen Lehrkräften am Nachmittag angeboten werden und sollten freiwilliger Natur sein. Gerade Freistunden bieten sich an, um sich in kleiner Runde über Best-Practice-Beispiele auszutauschen. Der zeitliche Umfang sollte nach meiner Ansicht 30 Minuten nicht überschreiten. Die kurze Zeitinvestition und der Anreiz, etwas Nützliches für den Unterricht zu erlernen, sollten die beiden großen Motivationsfaktoren sein.

 

Etablieren Sie ein passendes Dokumentenmanagement

Erlerntes Wissen geht schnell wieder verloren. Dies kann man umso mehr an Schulen feststellen, die eine hohe Fluktuation bei den Lehrkräften zu verzeichnen haben. Damit Sie dem entgegenwirken können, empfehle ich Ihnen, die Kernpunkte der Fortbildungen in einem passenden System zu archivieren. Das kann eine ganz simple Ordnerstruktur mit abgelegten Dokumenten auf dem Schulserver sein oder die Installation eines Wiki-Systems, auf das die Lehrkräfte dann auch von zu Hause aus zugreifen können.

 

Fazit: Zu einer professionellen Schulentwicklung gehört eine nachhaltige Fortbildungsplanung

Immer wieder das Rad neu zu erfinden vernichtet Ressourcen. Davon haben wir in der Schule eigentlich gefühlt immer zu wenig. Umso wichtiger ist es, dass die Anstrengungen, die Sie beim Transformationsprozess hin zu einer modernen und somit auch digitalen Schule gehen, zielführend geplant sind. Gewinnen Sie daher Ihr Kollegium für diese wichtige Unternehmung, und denken Sie dabei auch an die nötige Wertschätzung!

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