Nie mehr wehrlos! So wehren Sie sich bei einem Shitstorm auf Facebook – Wegweiser Digitale Schule

NIE MEHR WEHRLOS! SO WEHREN SIE SICH BEI EINEM SHITSTORM AUF FACEBOOK

18.04.2018
Nie mehr wehrlos! So wehren Sie sich bei einem Shitstorm auf Facebook

Bereits im September 2015 hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg Bundeskanzlerin Angela Merkel am Rande einer UN-Veranstaltung versprochen, Maßnahmen gegen Hasskommentare und radikale Parolen auf der Internetplattform Facebook einzudämmen und zu entfernen. Mehr als 2 Jahre nach dieser Zusage sind immer noch sogenannte Shitstorms gerade über die Kommunikationsplattform Facebook möglich und bei den Nutzern sehr beliebt. Auch vor Schulen und Lehrkräften macht dieses Phänomen nicht halt. Wie Sie sich sicher wehren können, wenn Ihre Schule von „Internet-Bashing“ über Facebook betroffen ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

BEISPIEL AUS DEM SCHULALLTAG„Mobbingkultur“ in der Schule

Seit einiger Zeit hat Nina Zimmermann, die die Klasse 8a der Realschule in Hanau besucht, schulische Probleme. Ihre Leistungen sind rapide abgefallen, nicht zuletzt, weil sie häufig die Schule schwänzt. Zu Hause erzählt sie ihrer Mutter, dass die Lehrer sie mobben würden. Ninas Mutter hört sich bei anderen Eltern um. Diese sprechen ebenfalls von Mobbing durch die Lehrer. Allerdings gehören ihre Töchter, Tanja und Laura, zur Gruppe um Nina, die häufig die Schule schwänzt und hierdurch schlechte Noten hat. Ninas Mutter fühlt sich bestätigt, dass Ninas Lehrer der Grund für die schlechten Noten sind.

Auf Facebook schreibt sie am 10. Januar 2018: „In der Hanauer Realschule gibt es eine regelrechte Mobbingkultur. Ich meine aber nicht die Schüler, sondern die Lehrer. Seit Wochen mobben Klassenlehrerin Sylvia Hoffmann und Mathelehrer Wolfgang Weber nicht nur meine Nina, sondern auch ihre Freundinnen. Die Schulleitung reagiert nicht. Schulleiterin Claudia Wagner ist total unfähig. Lehrer und Schulleiterin sind für unsere Kinder untragbar. Ich warne alle Eltern davor, Kinder in diese Mobbing-Schule zu schicken!“ Die Mütter von Ninas Freundinnen liken sofort den Kommentar von Ninas Mutter und kommentieren negativ. Auch Eltern von ehemaligen Schülern beteiligen sich am Shitstorm auf Facebook. Nach 3 Tagen erhält Schulleiterin Claudia Wagner einen Anruf von der Schulaufsicht. Diese will wissen, was denn an der Schule los ist.

© FLDphotos – istock.com

Mark Zuckerberg, CEO von Facebook, verspricht, etwas gegen Hassparolen und radikale Äußerungen auf Facebook zu tun. Werden Sie auch selber aktiv!

 

RECHTLICHER HINTERGRUND zu Shitstorms auf Facebook

Werden unwahre Tatsachen über Sie selbst, über Ihre Schule oder über Ihre Lehrkräfte via Facebook verbreitet, können Sie sich dagegen wehren. Es kommt eine zivilrechtliche außerge­richtliche Abmahnung in Betracht. Des Weiteren können Sie auch eine Unterlassungsklage beim zuständigen Amtsgericht einleiten. Gleichzeitig kann sich derjenige, der unwahre Tat­sachen behauptet, strafbar machen.

 


DAS IST ZU TUN: Machen Sie sich mit den wichtigsten Maßnahmen vertraut

 

                                                                                                                  Nehmen Sie dabei diese To-do-Liste zur Hilfe.

 

  1. Sichern Sie den „Shitstorm“ auf Facebook

Posts, Bashings oder sonstige negative Beiträge auf Facebook sollten Sie durch einen Screenshot an Ihrem PC sichern. Speichern Sie diesen und drucken Sie ihn aus. So können Sie die erforderlichen Beweise für eine außergerichtliche ebenso wie für eine mögliche gerichtliche Auseinandersetzung sichern.

 

  1. Wenden Sie sich an Facebook

Nutzen Sie die Möglichkeit, sich als Schule an die Internetplattform, wie z. B. Facebook, zu wenden, wenn Sie verunglimpft werden. In jedem Fall sollten Sie deshalb den Betreiber der Plattform anschreiben und dort die Daten speichern lassen. Dabei sollten Sie nicht nur den Beitrag selbst über die Plattform sichern lassen, sondern auch die IP-Adresse des Verfassers. So können Sie diesen sicher nachverfolgen.

 

  1. Mahnen Sie den Verfasser ab

Außergerichtlich haben Sie die Möglichkeit – am besten durch einen Rechtsanwalt –, den Verfasser negativer Kommentare, im Praxisbeispiel Ninas Mutter, abzumahnen. Hierzu sollten Sie deutlich machen, dass Sie derartige Kommentare nicht dulden. Sie sollten dazu auffordern, sich von den Aussagen zu distanzieren und eine förmliche Unterlassungserklärung abzugeben. Diese Unterlassungserklärung sollte mit einer Vertragsstrafenregelung verbunden werden für den Fall, dass vergleichbare Kommentare noch einmal erscheinen. So bannen Sie die sogenannte Wiederholungsgefahr. Unterzeichnet wie im Praxisbeispiel Ninas Mutter die sogenannte strafbewehrte Unterlassungserklärung nicht, können Sie die Unterlassung auf dem Klageweg durchsetzen.


 

 MEIN FAZIT zu Shitstorms auf Facebook

Unqualifizierte Internetäußerungen sind in. Das sollten Sie jedoch nicht hinnehmen. Wehren Sie sich in jedem Fall gegen wahrheitswidrige Behauptungen wie von Ninas Mutter im Praxisbeispiel. So können Sie auch Nachahmern vorbeugen.

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