Probieren Sie mit Pecha Kucha eine völlig neue Art des Präsentierens in Ihrer Klasse aus – Wegweiser Digitale Schule

PROBIEREN SIE MIT PECHA KUCHA EINE VÖLLIG NEUE ART DES PRÄSENTIERENS IN IHRER KLASSE AUS

01.11.2019
Probieren Sie mit Pecha Kucha eine völlig neue Art des Präsentierens in Ihrer Klasse aus © vejaa - adobe

Sie kennen den „Tod durch PowerPoint“? Dieses theoretische Ableben ereignet sich, wenn die Zuhörer sich durch das Ablesen von Textwüsten zu Tode langweilen. In der Juli-Ausgabe 2018 habe ich Ihnen eine Alt ernative, das „Zen Presenting“, erläutert, damit Ihre Schüler spannend referieren können und ihre Zuhörer nicht verlieren. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen eine weitere Methode vorstellen, die Ihre Schüler und Sie zu Präsentationsprofis macht.

Das ist Pecha Kucha

Pecha Kucha (wird Petscha Kutscha ausgesprochen; wiki) ist eine Präsentationstechnik, bei der der Fokus auf einem freien mündlichen Vortrag liegt. Unterstützt wird digital nur durch mehrere Fotos, genau genommen 20 Stück.

 


Jedes Pecha Kucha hat diese Merkmale

  • 20 Bilder auf 20 Folien verteilt
  • Jedes Bild wird 20 Sekunden eingeblendet.
  • Verzicht auf Text
  • Die Gesamtdauer von 6:40 Minuten ist damit auch genau die Sprechzeit des Vortrags.

 

Ein Pecha Kucha muss sehr gut geplant werden

Damit Ihre Schüler ein erfolgreiches Pecha Kucha erstellen und auch abhalten, sind einige Punkte besonders wichtig:

  1. Thema festlegen
  2. Schriftliches Fixieren der zu vermittelnden Inhalte und Kernthesen (Stichpunkte oder Mindmap)
  3. Darauf aufbauend Skript des vorzulesenden Vortrags erstellen
  4. Alle 20 Sekunden Markierung im Skript (Partnerarbeit vorteilhaft)
  5. Eventuelles Kürzen (meist sind mehr Informationen in der Präsentation, als die Dauer von 6:40 Minuten zulässt)
  6. Zwischenergebnis: Strukturierung der Inhalte in 20 Blöcke
  7. Suche der passenden Bilder (nie umgekehrt – nie erst Bilder suchen und dann Inhalte „drum herum basteln“!)
  8. Einübung des Vortrags
  9. Endgültiger Vortrag frei oder mit Wortkarten (keine ganzen Ausformulierungen – nur Stichpunkte!)

Wie Sie sehen, benötigt ein Pecha Kucha einiges an Vorbereitung. Die 10 Schritte geben Ihren Schülern aber auch eine Struktur vor, die ihnen die Vorbereitung der Präsentation erleichtern wird.

 

Geben Sie Ihren Schülern diese Vorlage an die Hand

Damit Ihre Schüler die Präsentationen schneller erstellen können, bietet es sich an, ihnen eine vorbereitete Datei zur Verfügung zu stellen. Ich habe daher für Sie eine Präsentation vorbereitet, die bereits aus 20 Folien besteht und auch einen automatischen Folienwechsel nach 20 Sekunden beinhaltet. Die Vorlage gibt es für Microsoft PowerPoint und Apple Keynote. Sie können sie am Ende dieses Artikels herunterladen.

 

Diese Varianten sind ebenfalls einen Blick wert

Die strengen Vorgaben beim Aufbau und auch die 10 Schritte bei der Planung sind natürlich nicht in Stein gemeißelt und können auch aufgelockert werden.

Eine Abwandlung zeigt z. B. diese Seite von segu („selbstgesteuert entwickelnder geschichtsunterricht“): wweiser.de/segu19.

Die Schüler bekommen hier bereits 20 Bilder über das 19. Jahrhundert vorgelegt und müssen dann damit Informationen beschaffen und die Präsentation vorbereiten. Ein Aussuchen der Bilder fällt somit weg.

Außerdem ist es auch möglich, dass Sie als Lehrkraft mithilfe eines Pecha Kucha in einen neuen Themenbereich einführen. Wählen Sie mit Ihren 20 Bildern also aussagekräftige Stationen aus und wecken Sie Neugier und Interesse bei Ihren Schülern.

Sind Ihre Lernenden etwas überfordert, können Sie natürlich die Vorgaben auflockern und z. B. die Anzahl der Bilder verringern oder die Zeit für die Folien erhöhen. Gerade wenn diese Vortragstechnik neu ist oder Sie jüngere Schüler unterrichten, kann ich Ihnen das empfehlen.

Um den Spaß nicht zu kurz kommen zu lassen, können Sie Ihren Schülern auch folgenden Auftrag geben: Jeder erstellt ein Pecha Kucha mit 20 eigens gewählten Bildern (die nicht zusammenpassen müssen) und gibt diese dann an einen Mitschüler weiter. Alternativ können Sie Ihren Schülern auch die Seite pechaflickr (pechaflickr.net) an die Hand geben – hier werden automatisch Pecha Kuchas aus dem Fotodienst flickr generiert.

Hier darf beim Vortragen durchaus Quatsch gemacht werden!

 


So können Sie Pecha Kucha einsetzen

  • Alternative für klassische Referate
  • Vorstellungsrunde
  • Sammeln von Meinungen zu einem Thema
  • Kurzrecherche
  • Zwischenstand bei längeren Arbeiten
  • Übung, um Gefühl für Wort/Bild/Zeit zu bekommen
  • Bildbeschreibung im Fremdsprachenunterricht

 

Vorteile von Pecha Kucha

© michaeljung – adobe.com
  • Abwechslungsreiche Alternative des Präsentierens
  • Kurze Vorträge (maximale Länge von 6:40 Minuten)
  • Schüler lernen, Informationen zu verdichten und das Wesentliche auf den Punkt zu bringen.
  • Förderung des freien Vortrags

 

Nachteile von Pecha Kucha

  • Gefahr, dass die Performance wichtiger als der Inhalt wird (hetzen durch die 20 Sekunden langen Folien)
  • Bei zu starker Vereinfachung droht Oberflächlichkeit statt Tiefgang.
  • Pecha Kucha ist für Schüler, denen es schwerfällt zu formulieren bzw. die sehr langsam sprechen, möglicherweise eine große Herausforderung.

 

Fazit: Pecha Kucha fördert Ihre Schüler vielseitig

Pecha Kucha ist eine wirklich interessante Alternative zur klassischen PowerPoint-Präsentation. Mit den Vorgaben und den Planungsschritten geben Sie Ihren Schülern die nötige Sicherheit und können so ebenfalls für eine umsichtige Planung und Strukturierung sorgen. Besonders gefällt mir dabei, dass Ihre Schüler das Verdichten von Informationen vertiefen können, in ihrer Kreativität gefördert werden und somit auch mehr Sicherheit beim freien Vortrag bekommen können.

 


Workshop

Geben Sie Ihren Schülern den Auftrag, eine bereits erstellte Präsentation als Pecha Kucha neu zu gestalten.
Besprechen Sie mit ihnen im Anschluss, welche Wirkung ein Pecha Kucha im Vergleich zur klassischen Präsentation entfaltet.
Geben Sie ihnen die Möglichkeit zu reflektieren, was ihnen am Pecha Kucha besser gefällt, wo es aber auch Probleme bereitet.


 

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