Mit phyphox werden die Smartphones Ihrer Schüler zu einem digitalen Physiklabor – Wegweiser Digitale Schule

MIT PHYPHOX WERDEN DIE SMARTPHONES IHRER SCHÜLER ZU EINEM DIGITALEN PHYSIKLABOR

01.05.2020 | 02:45 min

Physical phone experiments, kurz phyphox – mit der kostenlosen App der RWTH Aachen wird jedes Smartphone zum digitalen Labor. Dabei nutzt die App für Android und iOS gekonnt die vielen Sensoren, die in heutigen Telefonen verbaut sind. Wie Sie phyphox in Ihrem Physikunterricht einsetzen können, zeige ich Ihnen in diesem Artikel.

 

So ein Smartphone hat viele Sensoren verbaut

Ich spreche immer vom „Telefon“, auch wenn die meisten Menschen – ich schließe mich da mit ein – wohl am seltensten mit dem Smartphone telefonieren. Neben den üblichen Anwendungen, die man darauf so nutzt, verfügen Smartphones über eine ganze Menge an Sensoren.

phyphox (phyphox.org) nutzt diese, um damit erkannte Signale grafisch anzuzeigen. Wo vorher teure Messinstrumente nötig waren, erhalten die Schüler nun ein Multifunktionswerkzeug, und zwar zum Nulltarif.

 

Übersichtliche Benutzeroberfläche

Die Programmierer haben bei der App auf eine übersichtliche Oberfläche Wert gelegt. Nach dem Start werden mehrere Kategorien angezeigt, die dann spezielle Messinstrumente bereithalten. Diese sind:

  • Sensoren (z. B. Beschleunigung oder Magnetfeld)
  • Akustik (z. B. Dopplereffekt oder Sonar)
  • Alltag (z. B. Applausmeter oder Geschwindigkeitsmessung von Aufzügen)
  • Mechanik (z. B. Federpendel oder Zentripetalbeschleunigung)
  • Werkzeuge (z. B. Magnetfeld-Spektrum oder Neigung)
  • Zeitmessung (z. B. Akustik- oder Bewegungs-Stoppuhr)

Nach der Auswahl eines Messinstruments können Sie das Experiment über den Play-Knopf starten, aufgezeichnete Messwerte mit dem Mülleimer löschen oder über das Punkte-Symbol weitere Optionen erhalten, wie z. B. Informationen zum Experiment oder die Möglichkeit, die Daten zu exportieren.

 

Professionelle Auswertung durch den Datenexport

Mit phyphox bekommen Sie viele Experimente und eine Exportfunktion, um dann die Daten auszuwerten und zu visualisieren.
Screenshot phyphox-App

Wählen Sie nach einer Aufzeichnung den Export der Daten, so haben Sie die Wahl, diese direkt in das Excel-Format oder in verschiedene CSV-Formate zu speichern.
Somit haben Ihre Schüler die Möglichkeit, die Messwerte in einer Tabellenkalkulations-Software aufzubereiten und weiter auszuwerten.

 

Fertige Experimente zum Herunterladen

Unter phyphox.org/de/experimente erhalten Sie fertig ausgearbeitete Experimente mit Video-Anleitungen und Schulmaterialien. Ergänzend dazu können Sie auch noch ausgearbeitete Versuche von der TU Hamburg herunterladen unter wweiser.de/tuhamburg.

 

Eigene Experimente erstellen

Möchten Sie Ihren Schülern eigene vorgefertigte Experimente zur Verfügung stellen, hat phyphox auch daran gedacht: Unter phyphox.org/editor können Sie die Versuche für Ihre Schüler zusammenstellen und dann beispielsweise als QR-Code exportieren. Ihre Lernenden müssen dann lediglich in der App das „+“-Symbol und anschließend Neues Experiment von einem QR-Code auswählen. Eine richtige Arbeitserleichterung!

 

Auch Fernsteuerung ist möglich

Folgendes Beispiel: Sie packen Ihr Smartphone in eine Salatschleuder, um den Schülern das Prinzip der Zentrifugalbeschleunigung zu veranschaulichen. Während des Drehens an der Schleuder sind die Messdaten eigentlich nicht sichtbar – mit der Fernsteuerungsfunktion von phyphox haben Sie aber trotzdem diese Möglichkeit. Und das geht so:

  • Wählen Sie im entsprechenden Experiment über das Punkte-Symbol die Option Fernzugriff aktivieren aus.
  • Notieren Sie sich die URL, die unten angezeigt wird, z. B. http://192.168.1.123.
  • Öffnen Sie auf einem 2. Gerät (Smartphone, Tablet, Computer) diese URL.
  • Starten das Experiment auf dem 1. Gerät mit dem Play-Knopf.

 

Fazit: Das digitale Physiklabor für die Hosentasche

Die Programmierer dieser kostenlosen App haben hier wirklich an alles gedacht: einfache Bedienung, Export der Messergebnisse und sogar eine Fernsteuerungsfunktion. Für Ihren Physikunterricht bedeutet das, dass Sie auf teure Messinstrumente verzichten können und Ihre Lernenden mit dem eigenen Smartphone experimentieren – nicht nur im Unterricht, sondern auch zu Hause!

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