Pro & Contra

Sind Tablets zum Verfassen von langen Texten geeignet?

Jessica Goller
Lehrerin
Pro Contra
Jens Lindström
Lehrer
Pro Ein Tablet ist mehr als nur ein Tablet.

Im Jahr 2020 ist jedes Smartphone oder Tablet problemlos dazu in der Lage, ein Textverarbeitungsprogramm zu installieren. Auch die Software gibt es für alle erdenklichen Plattformen und Systeme. Google Docs, Only Office oder Collabora z. B. lassen sich auch im Browser öffnen und sind damit von jedem Gerät zugänglich. Leistungsfähigkeit und Software sind also keine Hindernisse, wenn es um das Benutzen von Textverarbeitungsprogrammen geht. Interessant wird die Diskussion eigentlich bei den Ein- und Ausgabegeräten: Mit einem Tablet allein würde ich keine langen Texte tippen wollen. Handschriftliche Notizen mit einem Stylus funktionieren aber super. Ergänzt man das Tablet um eine Tastatur, klappt das Tippen wunderbar. Auch auf einem relativ kleinen Bildschirm. Für das Formatieren von Texten schließe ich am liebsten noch eine Maus an. Im Unterricht soll der Fokus für mich in der Regel aber auf dem Schreiben liegen. Je länger der Text wird, umso mehr macht auch ein größerer Bildschirm Sinn. Mit Maus, Tastatur und Bildschirm ist das Tablet dann von einem Desktop-PC kaum mehr zu unterscheiden. Ein Tablet ist also nicht nur mobil, sondern kann im Unterricht an die Bedürfnisse und Anforderungen angepasst werden. Im Unterricht, zu Hause oder in Bus und Bahn kann es so flexibel genutzt werden.

Contra Lange Texte? Dann PC!

Ein großer Vorteil des Tablets gegenüber einem PC ist seine Kompaktheit. Doch der kleine Bildschirm, auf dem nur ein Teil einer Seite dargestellt wird, ist zugleich der große Nachteil. Zum Verfassen eines langen Textes, wie z. B. einer Facharbeit, werden diverse Dateien, Webseiten und ein Schreibprogramm zur selben Zeit benötigt. Am PC kann man zwischen den Fenstern wechseln oder diese nebeneinander geöffnet haben. Auf dem Tablet muss man wegen des kleinen Bildschirms zwischen den Apps wechseln. Auf dem Tablet hat man je nach Betriebssystem die Wahl zwischen einer guten Textverarbeitungssoftware mit Offlinenutzung oder browserbasierten – und damit internetabhängigen – kontopflichtigen Alternativen. Für PCs gibt es freie Software, ohne Kosten und Datenpreisgabe, offline nutzbar und mit Funktionen, die auf dem Tablet fehlen, z. B. eine automatische Silbentrennung. Der Touchscreen eignet sich für handschriftliche Notizen, aber nicht, um einen Tippfehler zu korrigieren. Man tippt daneben oder markiert ungewollt ein Wort oder einen Absatz. Eine Steuerung mit der Maus würde hier helfen. Die fertige Arbeit bleibt zum Speichern auf dem Gerät oder wird in die Cloud geschickt – WLAN vorausgesetzt, ohne das nicht einmal das Ausdrucken möglich ist. Daher erscheint der Desktop-PC als geeigneteres Gerät zum Verfassen langer Texte wie Fach- und Hausarbeiten.