Pro & Contra

Schulische Dienstgeräte oder private Endgeräte der Lehrer?

Mark Albrecht
Lehrer und Medienberater
Pro Contra
Michael Graf
Realschuldirektor
Pro Das Dienstgerät für Lehrkräfte – ein unbedingtes Digitalisierungs-Muss

Erinnern Sie sich noch an die Diskussion vor Jahren, ob ein Arbeitszimmer für Lehrkräfte bei der Steuerabrechnung geltend gemacht werden darf? Bereits damals fragten nicht nur Betroffene nach der Seriosität oder gar der Ernsthaftigkeit einer solchen Diskussion. Ähnlich verhält es sich mit der Diskussion um Dienstgeräte für Lehrkräfte im Zeitalter von digitaler Transformation und Digitalpakt. Es stünden doch genügend Geräte in den Klassenzimmern zur Verfügung, hört man dann in diesem Zusammenhang. Doch unsere Erfahrung zeigt: Verfügen Lehrkräfte über ihr eigenes Dienstgerät, erhöht sich die Akzeptanz signifikant. Nicht nur, dass der Einzelne tatsächlich sein Gerät exakt auf seine Bedürfnisse ausrichten und den Unterricht effektiver vorbereiten kann; nein – auch der Wartungsaufwand sinkt durch die persönliche Verantwortlichkeit deutlich und entlastet dadurch Systembetreuer und Verantwortliche. Da wir im Gegenzug die Geräte aus den Klassenzimmern entfernt und die Infrastruktur komplett auf einen Wireless-/BYOD-Einsatz ausrichten konnten, sanken sogar die Kosten. Sie haben sicher festgestellt, dass vom am häufigsten genannten Argument bislang noch nicht die Rede war: Jeder Beamte außerhalb der Schule hat – bei allen notwendigen Unterscheidungen und Einschränkungen – sein Dienstgerät. Warum das bei einer Lehrkraft nicht so sein sollte, kann außer aufgrund angeblich fehlender Mittel niemand ernsthaft verargumentieren.

Contra Dienst(-gerät) nach Vorschrift

Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass der Arbeitgeber seine Mitarbeiter mit digitalen Geräten ausstattet, die diese zur Wahrnehmung ihrer Tätigkeit benötigen. Allerdings ist das Problem, dass zentral zur Verfügung gestellte Geräte eben auch zentral gesteuert und angeschafft werden. Das lässt sich sowohl auf das Betriebssystem (Windows, macOS oder beispielsweise Edubuntu) als auch auf die Auswahl von Geräten (Laptops oder Tablets) sowie zudem noch auf etwaige Restriktionen beziehen: So lassen sich häufig auf dienstlichen Geräten keine USB-Sticks öffnen, Internetseiten sind gesperrt, Cloud-Dienste nicht erreichbar. Schlimmstenfalls arbeitet man dann mit einem unbekannten Betriebssystem auf einem nicht favorisierten Rechnertypus. Ich persönlich arbeite im Zweifel vor allem im Unterricht lieber mit einem System, das ich beherrsche und damit sinnvoll, effektiv und zügig einsetzen kann. Und wie bei all den anderen Dingen auch, die ich für Schule und Unterricht anschaffe: Zum Jahresbeginn wird alles von der Steuer abgesetzt. Sicher: Wenn es um den Schutz persönlicher Daten geht, müssen zusätzliche Arbeitsgeräte zur Verfügung stehen, aber für das produktive und fachlich angemessene inhaltliche Arbeiten brauche ich entspannte digitale Arbeitsbedingungen. Wenn ich mir das Gerät selbst aussuchen und einrichten darf, bin ich allerdings der Letzte, der Nein sagt.