Pro & Contra

Macht Tastschreiben erlernen überhaupt noch Sinn?

Benjamin Vötterle
Lehrer und Softwareentwickler
Pro Contra
Christian Mayr
Akademiereferent, Lehrer, Autor
Pro Tastschreiben – keine Fertigkeit mit Verfallsdatum

Wenn es um den Einsatz digitaler Werkzeuge – im Unterricht wie in der Arbeitswelt – geht, soll der Inhalt im Fokus stehen. Ein allzu langes Aufhalten mit sperriger Oberfläche, langsamen Geräten und ebenso dem Suchen von Tasten hält auf und lenkt den Fokus weg vom Inhalt, um den es eigentlich gehen sollte. Dieser Text entsteht etwa gerade auf dem Smartphone, und wenn ich mich nicht ständig über mein Vertippen – trotz ach so intelligenter Autokorrektur – ärgern würde, könnte ich mich noch besser auf meine eigentlichen Argumente konzentrieren. Kennen Sie das? Sicher: Spracherkennung wird immer besser, aber das flüssige und reibungsfreie Tippen von Texten ist und bleibt auf absehbare Zeit eine wichtige Fertigkeit für Schüler, Studenten und Arbeitskräfte. Nicht nur, dass das Erkennen von Sprache noch nicht zuverlässig genug funktioniert: Kaum einer wird wohl eine Seminararbeit, ein Geschäftsschreiben oder eine Anklageschrift lesen wollen, die im Kaffeehaus brüllend neben zehn in ihre eigenen Geräte diktierenden Mitmenschen vom Computer halb falsch transkribiert wurde – vom Datenschutz und der Lautstärke am Arbeitsplatz ganz zu schweigen. Solange ein flüssiges Tippen zu einer wichtigen Fertigkeit in vielen Berufen ganz unterschiedlicher Branchen gehört, hat das Tastschreiben seinen verdienten Platz im Lehrplan, der alle Schüler auf die potenziellen Anforderungen von später vorbereiten soll.

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