Pro & Contra

Planungsbüros sind sinnvoll bei der Umsetzung von Medienkonzepten

Thomas Geiger
Digitalisierungsspezialist
Pro Contra
Enno Schröder
Lehrer und Medienpädagogischer Berater
Pro

Nur gemeinsam kann es klappen

Zentrale Punkte bei der Umsetzung des Digitalpaktes sind immer ein Medienbildungskonzept und ein Medienentwicklungsplan. Dabei gilt es, verschiedene Akteure an einen Tisch zu bringen. Mecklenburg-Vorpommern hat mit den medienpädagogischen Multiplikatoren einen guten Ansatz gefunden. Diese erfahrenen und extra geschulten Pädagogen beraten unsere Schulen eng bei der Erstellung eines individuellen Medienbildungskonzepts. Welche Rolle spielen dann eigentlich Planungsbüros? Sie können den Schulträger bei der Erstellung eines Medienentwicklungsplans unterstützen, da viele Schulträger mangels Expertise damit überfordert wären. Zunächst müssen die Rahmenbedingungen abgesteckt werden, eine Bestandsaufnahme an der Schule muss erfolgen und die Netzwerk- und IT-Infrastruktur müssen geplant werden, welche sich am Medienbildungskonzept der Schule orientieren. Entscheidend ist zudem die Entwicklung einer langfristigen Strategie nach dem Förderzeitraum, denn Technik veraltet, und die Medienbildungskonzepte der Schulen sollten sich dynamisch weiterentwickeln. Wozu braucht es hier die medienpädagogischen Multiplikatoren? Sie moderieren diesen Prozess, um die Schulen bei der Umsetzung ihres pädagogischen Konzepts in den Verhandlungen mit dem Schulträger zu unterstützen. Nur ein enger Austausch aller Beteiligten kann eine erfolgreiche Umsetzung an der jeweiligen Schule gewährleisten.

Contra

Digitale Kompetenzen werden zwingend schulintern benötigt

Eine Vielzahl der derzeit erstellten Medienkonzepte sind leider nur bedingt praxistauglich bzw. bieten keinen konkreten Mehrwert für den schulischen Alltag. Die Gründe hierfür liegen hier vor allem an der fehlenden schulinternen Kompetenz für Digitalisierungsthemen. Da diese Kompetenz zur erfolgreichen Umsetzung einer guten Medienbildung aber zwingend erforderlich ist, sollten die Schulen internes Know-how und interne Kapazitäten im Bereich der Digitalisierung aufbauen. Unterstützung durch externe Planungsbüros kann – aber nur wenn diese nachweislich eine Expertise im Bereich der Digitalisierung von Schulen haben – unterstützend und mit konkreten Praxiserfahrungen sinnvoll sein. Unter keinen Umständen darf das Thema „Digitalisierung“ an Planungsbüros bzw. externe Berater delegiert werden. In der Praxis werden hier von den Sachaufwandsträgern leider z. B. Elektrofachplaner mit dieser Aufgabe beauftragt. Die hier erarbeiteten Digitalisierungskonzepte sind in der Regel nicht für modernen, zukunftsweisenden und sinnvollen medialen Unterricht geeignet, sondern sind einseitig auf die Infrastruktur fokussiert. Schulen sind dann erfolgreich, wenn sie ihre Medienkonzepte inhaltlich selbst gestalten und realistisch auf die eigenen schulischen Rahmenbedingungen anpassen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Umsetzung ist die Tatsache, dass die Schulleitung gemeinsam mit den Systembetreuern das Medienkonzept auf Basis der praktischen Erfahrungen des Kollegiums kontinuierlich aktualisiert.