Pro & Contra

WLAN an Schulen sollte permanent verfügbar sein

Franz Peter Frank
Lehrer
Pro Contra
Benjamin Götzinger
Lehrer
Pro Die Realität – auch im Klassenzimmer!

Fast alle Jugendlichen haben heute das Smartphone mit Internetflatrate ständig parat. Die ständige Verfügbarkeit digitaler Unterhaltung stellt hohe Herausforderungen an die Selbststeuerung der Nutzer – Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene. Schaut man sich in der Gesellschaft um, gelingt dies derzeit nur wenigen. Das gesellschaftliche Bewusstsein dafür zu schaffen, dass der unreflektierte Umgang mit digitalen Medien in manchen Situationen des Alltags unpassend oder sogar schädlich sein kann, sollte daher ein Ziel der Arbeit mit Medien an Schulen sein. Daher sollte das WLAN in der Schule eben nicht nur phasenweise verfügbar sein, damit unter lebensnahen Bedingungen eingeübt und diskutiert werden kann, wie man mit der ständigen Verfügbarkeit angemessen und sinnvoll umgehen kann. Technisch lässt sich vieles regeln. Nachhaltiger, da verständlicher aber ist die Thematisierung der Problematik mittels passender (Medien-)Pädagogik. Aber auch technisch ist es in einem gut versorgten Gebäude kaum möglich, durch das Abschalten eines Access Points den WLAN-Zugang für seine Klasse zu verhindern. Außerdem: Je besser das Gebäude versorgt ist, desto geringer die notwendige Strahlung und der Energiebedarf pro Handy und Hotspot. Und: Würde ich die bei uns notwendigen 1,5 Minuten warten wollen, bis der Access Point endlich bereit ist und mein Unterricht weitergehen kann? Auch das würde für mich an der Realität vorbeigehen. Verabschieden wir uns also in diesem Bereich vom Schonraum Schule und bilden wir realistische Prozesse ab. Damit ist allen geholfen.

Contra WLAN jederzeit – aber wann ich möchte!

Als wir vor einem Jahr WLAN bekamen, stellte sich auch die Frage, wie dieses zugänglich sein sollte. Wir entschieden uns für ein Vouchersystem und die Möglichkeit, den Zugang gänzlich auszuschalten. So haben wir nun in jedem Klassenzimmer einen Kippschalter, mit welchem sich das WLAN bequem zuschalten lässt. Die stationären Lehrerrechner sind per LAN verbunden und können somit immer ins Internet. Warum dieser zusätzliche Aufwand? Aus ökologischer Sicht ist ein Abschalten des WLAN-Netzes durchaus gerechtfertigt, denn warum sollten mehrere Geräte Strom verbrauchen, wenn sie nicht genutzt werden? Die Schule sollte auch hier Vorbildfunktion zum sparsamen Energieverbrauch sein. Zudem gilt an unserer Schule ein generelles Handyverbot. Eine ständige WLAN-Verfügbarkeit ist somit nicht nötig, und wir wollten den Schülern ganz bewusst keine permanente Möglichkeit der Netzeinwahl bieten. Natürlich kann dieses Verbot zu Unterrichtszwecken aufgehoben werden, und dann können die Arbeiten in einem sicheren und stabilen Netz erledigt werden. Ferner gab es sowohl von Elternseite als auch vom Kollegium Bedenken bezüglich der permanenten WLAN-Strahlung. Wie immer man zu dieser Thematik stehen mag, das Ausschalten des Netzes reduziert diese Strahlung auf null und hat Kritiker beruhigt, wenn nicht sogar überzeugt. WLAN an, wenn ich es nutze – aus, wenn nicht. Ganz einfach! Wie beim Lichtschalter.