Mit dieser Methode bewerten Sie, ob sich digitale Medien überhaupt lohnen – Wegweiser Digitale Schule

MIT DIESER METHODE BEWERTEN SIE, OB SICH DIGITALE MEDIEN ÜBERHAUPT LOHNEN

23.05.2018
Mit dieser Methode bewerten Sie, ob sich digitale Medien überhaupt lohnen

So bewerten Sie, ob sich der Einsatz digitaler Medien lohnt

 

Neue Aufgabenkultur!

Betrachtet man digitale Medien, so stellt sich häufig die Frage nach dem Nutzen: „Was bringt es den Schülern, wenn ich im Unterricht Medium A und nicht Medium B einsetze?“ „Geht das nicht auch mit Medium C, das analog ist und für diesen Zweck auch ausreicht?“
Das SAMR-Modell von Dr. Ruben Puentedura soll dabei helfen, digitale Werkzeuge zu bewerten. Es hilft bei der Fragestellung,
inwieweit digitale Medien eine Verbesserung oder gar Umgestaltung von Aufgaben ermöglichen.
Das SAMR-Modell steht für Substitution, Augmentation, Modification und Redefinition.

Substitution
Auf der untersten Stufe „Substitution“ (deutsch: Ersetzung) kopieren digitale Arbeitsmittel die Eigenschaften analoger Medien,
verzichten aber auf eine funktionale Änderung. Wenn Sie Ihren Lernenden statt eines Arbeitsblattes eine PDF-Datei zum Ausfüllen
geben, dann kann der Nutzen dieses Arbeitsmittels infrage gestellt werden. Technische Geräte kosten mehr als Papier, benötigen Strom, Platz, Wartung und sind aufgrund ihrer Komplexität fehleranfälliger.

Augmentation

Befinden sich digitale Werkzeuge auf der Stufe der „Augmentation“ (deutsch: Erweiterung), dann beinhalten sie eine funktionale Verbesserung. Bleiben wir beim Beispiel der PDFDatei:
Binden Sie Links mit ein, die auf Audio oder Videomaterial im Netz verweisen, dann bieten Sie Ihren Schülerinnen und Schülern
damit schnell zugängliches Zusatzmaterial an.

Modification

Auf der 3. Stufe, der „Modification“ (deutsch: Änderung), sind nun Aufgabenstellungen möglich, die Sie mit traditionellen Medien
nicht mehr oder nur mit sehr hohem Aufwand realisieren können. Die meisten Werkzeuge, mit deren Hilfe „Digital Storytelling“ betrieben werden kann, können dieser Stufe zugerechnet werden. Die Verknüpfung von Text, Links, Bild, Ton und Video zu einem Gesamtwerk ist nur mit digitalen Tools schnell und effizient machbar.

Redefinition

Die höchste Stufe, die „Redefinition“ (deutsch: Neubelegung), ist erreicht, wenn Sie Aufgaben stellen können, die mit bisherigen Medien nicht möglich waren. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Sie die Möglichkeiten der Zusammenarbeit über das Internet mit einbinden. Das in der vorherigen Ausgabe im Portal vorgestellte Tool Padlet bietet u. a. die Möglichkeit, gemeinsam an einer digitalen Pinnwand zu arbeiten, diese mit unterschiedlichsten Materialien zu befüllen und auch gegenseitig Kommentare abzugeben – und das auch über Klassen-, Schul- oder gar Ländergrenzen hinweg.


Eine Übersicht über das SAMR-Modell zum Aufhängen für das Kollegium finden Sie im Portal unter:


Fazit: Puenteduras Modell hilft dabei, Werkzeuge hinsichtlich ihrer Möglichkeiten besser einzuordnen und zu bewerten. Bei digitalen
Werkzeugen versuche ich immer zu überlegen, auf welcher Stufe hiermit Aufgaben gestellt werden können und ob man die Möglichkeiten des Medium nicht im Unterricht noch etwas weiter ausreizen kann. Vergessen Sie aber bitte eines nicht: SAMR ist nicht mit einer Leiter gleichzusetzen! Sie müssen nicht bei „S“ starten und sich den Weg hocharbeiten, sondern können auch gleich bei „A“, „M“ oder „R“ beginnen. Betrachten Sie es auch nicht als Messlatte mit steigendem Schwierigkeitsgrad, sondern vielmehr als Denkmodell, das Ihnen vielleicht zu neuen Ideen beim Einsatz digitaler Medien verhilft.


 

Ist eine Diskussion über den Mehrwert digitaler Medien
zielführend? Lesen Sie zwei kontroverse Meinungen zu diesem Thema auf S. 10.


 

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