Homeschooling mit Telegra.ph: Simpel und effektiv! – Wegweiser Digitale Schule

HOMESCHOOLING MIT TELEGRA.PH: SIMPEL UND EFFEKTIV!

01.06.2020 | 03:28 min

Als sich die Schulschließungen in Bayern wegen des Coronavirus abzeichneten, diskutierte ich mit meinem Freund und Kollegen Lucas Krammer, wie er seine 2. Klasse beschulen würde. Die bayerische Lernplattform mebis war zu diesem Zeitpunkt aufgrund der massiv angestiegenen Zugriffszahlen über eine gute Woche lang nicht benutzbar.

Außerdem wollte Lucas Krammer seinen Schülern einen besonders niedrigschwelligen Zugang zu Aufgaben und Informationen bieten. Das ist ihm mit Telegra.ph hervorragend gelungen. Erfahren Sie hier, wie er diesen Dienst nutzte.

 

Von der Blogging- zur Lernplattform

Telegra.ph ist eigentlich ein Blogging-Dienst, und zwar einer der besonders einfachen Sorte: Sie müssen sich nicht registrieren, sondern wählen nur einen Titel für die Website, die Sie dort erstellen möchten, geben optional Ihren Namen an und schreiben dann los. Auf der Seite ist zusätzlich ein Button mit der Aufschrift Publish. Einmal gedrückt – und schon ist Ihre Seite online. Die Internetadresse wird automatisch generiert und setzt sich aus dem von Ihnen gewählten Titel und dem Erstellungsdatum zusammen.Telegra.ph setzt ein Cookie und speichert Daten im lokalen Cache Ihres Browsers. Somit werden Sie als Ersteller „wieder erkannt“, obwohl Sie sich nicht einloggen müssen.
Der Nachteil: Sie können nur auf dem Gerät bearbeiten, auf dem Sie auch erstellt haben.

 

Beschränkung auf das Wesentliche

Der Dienst ist äußerst schlicht gestaltet – der Fokus liegt auf dem Inhalt. Alles, was ablenken könnte, ist hier fehl am Platz. Eingetippter Text lässt sich formatieren, indem man ihn markiert. Dann erscheint über dem markierten Text eine Auswahl an Formatierungsmöglichkeiten. Telegra.ph bietet diese Funktionen:

  • Text
  • Links einfügen (auch YouTube-Videos)
  • Bilder hochladen

Um die Seite besser zu strukturieren und für seine Schüler lesbarer zu machen, wandte Lucas Krammer einen einfachen Trick an: Für jedes Fach erstellte er eine kleine Bannergrafik, die er dann hinzufügte.

 

So wird die Seite mit Material gefüllt …

Lucas Krammer schätzte vor allem das einfache, reduzierte Erscheinungsbild einer Telegra.ph-Seite, erweiterte aber die Seite mit ein paar kleinen Tricks hinsichtlich ihrer Funktionalität. Seine Schüler versorgte er mit Material und Lösungsblättern, die er zuvor auf den Cloud-Dienst WeTransfer (wetransfer.com) hochlud. Diese wurden dann einfach als Link eingebettet. Grundsätzlich funktioniert diese Vorgehensweise mit sämtlichen verfügbaren Cloud-Speicherdiensten.

 

… und interaktiv

Außerdem verlinkte er auf Online-Übungen auf learningapps.org und schlaukopf.de, um seinen Schülern Übungsmöglichkeiten mit direktem Feedback anzubieten. Somit bekamen diese auch abwechslungsreiche Aufgaben von ihm präsentiert.

Neue Lerninhalte, wie beispielsweise das Schreiben des großen J, vermittelte er den Kindern über kurze Erklärvideos, in denen er die Buchstabenform vormachte. Diese waren auf YouTube hinterlegt und in Telegra.ph dann verlinkt (die Einbindung von Vimeo-Videos funktioniert ebenfalls).

Zuletzt war ihm die Kommunikation mit seinen Kindern wichtig. Aus diesem Grund verlinkte er ebenso auf verschiedene Padlets (padlet.com), u. a. einen Klassenchat, in die seine Schüler etwas schreiben durften. Dadurch bot er seinen Zweitklässlern die Möglichkeit eines Rückkanals und konnte so mit ihnen in Kontakt bleiben.

 

Nicht nur für die Grundschule

Der Einsatzbereich von Telegra.ph ist natürlich nicht nur auf die Grundschule beschränkt. Vielmehr bietet das Werkzeug für alle Schularten und Fächer die Möglichkeit, Informationen online festzuhalten und zu veröffentlichen – sofern auf personenbezogene Daten verzichtet und das Urheberrecht nicht verletzt wird.

 

Fazit: Es kann ganz einfach gehen

Das Beispiel mit Telegra.ph zeigt, dass es auch ohne dedizierte Lernplattformen geht. Lucas Krammer nutzt ein Werkzeug, das ursprünglich dafür gar nicht vorgesehen war, mit erstaunlichem Erfolg. Er bekam sehr viel positives Feedback von seinen Schülern und deren Eltern.

Besonders die abwechslungsreichen Lernangebote und die Einfachheit in der Bedienung gefielen allen gut. Seine Schüler waren während der Schulschließung gut versorgt und betreut und nutzten auch intensiv den Rückkanal für die Kommunikation. Zur Zeit der Corona-Krise war damit der Fernunterricht sichergestellt, ohne Schüler und Eltern zu überfordern.

 

In der Podcast-Folge Nr. 11 unterhalte ich mich mit Lucas Krammer über seine Arbeit mit Telegra.ph.
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