Lernen Sie die agile Methode „Kanban“ kennen und wie Sie sie im Unterricht einsetzen können – Wegweiser Digitale Schule

LERNEN SIE DIE AGILE METHODE „KANBAN“ KENNEN UND WIE SIE SIE IM UNTERRICHT EINSETZEN KÖNNEN

01.02.2020 | 03:36 min

Der Kollege Thorsten Puderbach kam mit agilen Methoden in Berührung, als er bei Firmen hospitierte und dabei lernen durfte, wie diese ihre Arbeitsprozesse organisieren. Da das Projektlernen in seinem Unterricht einen hohen Stellenwert einnimmt, überlegte er sich, was davon auf die Schule übertragbar ist. Erstaunlich viel – wie dieser Beitrag zeigt.

 

Was versteht man unter agilem Lernen überhaupt?

Beim agilen Lernen und Arbeiten in der Schule wird versucht, Methoden und Prinzipien aus der Wirtschaft auf die Schule zu übertragen. Exemplarisch kann hier z. B. das Arbeiten nach der Kanban-Methode genannt werden. Thorsten Puderbach wählte diese Methode, um seine Schüler im selbst organisierten Lernen zu fördern und ihnen auch Methoden mit auf den Weg zu geben, die sie später im Beruf vielleicht so vorfinden werden. Im Vordergrund steht handlungsorientiertes und mediengestütztes Arbeiten, bei dem die Lernenden sehr aktiv werden und die Lehrenden den Lernprozess moderieren und unterstützen. Im Rahmen ihres Projekts visualisieren die Lernenden damit ihre Lernschritte. Thorsten Puderbach hat jederzeit Einblick, da seine Schüler dies mit digitalen Werkzeugen dokumentieren.

 

Diese Werkzeuge sind für das agile Lernen mit Kanban gut geeignet

Die einfachste Form, ein Kanban-Board aufzusetzen, ist, ein Etherpad (wie z. B. board.net) oder Cryptpad (cryptpad.fr) zu verwenden. Da die Schüler ohne Registrierung kollaborativ zusammenarbeiten können, steht diesem Werkzeug aus Datenschutzgründen auch nichts im Wege.

Darüber hinaus sind Werkzeuge wie Padlet (padlet.com) oder Trello (trello.com) sehr gut dafür geeignet, da die Lernenden auch Dateien und Links einfügen können. Außerdem können alle Einträge kommentiert werden – dies ist für die Schüler zur Kommunikation hilfreich, aber auch Sie als Lehrkraft können den Schülern damit Feedback geben. Da bei diesen beiden Diensten eine Registrierung notwendig ist, müssen Sie mit Ihrem Account Boards erstellen, um sie dann den Lernenden zur Verfügung zu stellen. Auch die Schüler müssen sich kostenlos registrieren. Erstellen Sie am besten nichtpersonenbezogene Accounts selbst. So müssen Sie keine Einverständniserklärung einholen.

 


Kanban, was ist das?

Ein Kanban-Board (analog oder digital) ist eine Technik bzw. eine Methode zur Visualisierung von Lernprozessen und Lernfortschritten und enthält diese nebeneinander angeordneten Spalten:

  • Backlog (Sammlung aller Planungsschritte, aber auch Anforderungen an das Lernprodukt)
  • Todo (Einträge aus dem Backlog, die von Wichtigkeit für das Projekt sind, werden hierher verschoben)
  • Doing (Einträge aus Todo werden hierher verschoben, wenn die Gruppe oder auch einzelne Schüler daran arbeiten)
  • Done (bereits Erledigtes landet hier)

 

So setzt Thorsten Puderbach Kanban im Unterricht ein

Thorsten Puderbach unterrichtet die Fächer Biologie und Sport. Im Fachunterricht setzt er Kanban immer dann ein, wenn Projektlernen an der Tagesordnung ist und die Schüler ihr handlungsorientiertes Lernen visuell planen und dokumentieren sollen. Dies sorgt für höchste Transparenz und gibt den Schülern Verantwortung für das Lernen. Aber auch Planungen für Klassenreisen oder sonstige Events, in die seine Klasse eingebunden ist, werden häufig am Kanban-Board geplant und strukturiert.

 

Fazit: Kanban ist eine effektive Organisationsmethode

Thorsten Puderbachs Arbeit mit Kanban zeigt, dass diese agile Methode von der Wirtschaft in die Schule übertragbar ist. Seinen Schülern ermöglicht er damit, ihre Lernprozesse besser zu planen, zu strukturieren und zu dokumentieren. Natürlich lassen sich Kanban-Boards auch an der Kreidetafel, an Plakatwänden oder an Flipcharts realisieren. Gerade die Umsetzung mit digitalen Werkzeugen ermöglicht den Lernenden jedoch ein orts- und zeitunabhängiges Arbeiten. Und dann ist da noch die Erstellung eines Wissensspeichers, der durch das Anfügen von Dateien und Links ermöglicht wird.

 

Podcast

Hören Sie sich auch die Podcastfolge Nr. 7 an, in der ich mich mit Thorsten Puderbach über Agiles Lernen eingehender unterhalte.
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