WLAN an Ihrer Schule – vermeiden Sie unnötigen Ärger mit diesen Tipps – Wegweiser Digitale Schule

WLAN AN IHRER SCHULE – VERMEIDEN SIE UNNÖTIGEN ÄRGER MIT DIESEN TIPPS

01.11.2019
WLAN an Ihrer Schule – vermeiden Sie unnötigen Ärger mit diesen Tipps © pressmaster - adobe.com

Technisch gesehen, ist ein WLAN an Ihrer Schule schnell implementiert, wenn Sie eine IT-Firma mit der Umsetzung beauftragen. Aber wie sieht es hinsichtlich der Strahlung aus und welche notwendigen Maßnahmen sollten Sie zuvor unbedingt treffen, damit Sie rechtlich auf der sicheren Seite sind?

Mutter beklagt sich über Kopfschmerzen wegen WLAN

Meine Schule verfügt seit 10 Jahren über eine WLAN-Infrastruktur. Anfangs stand diese nur im Lehrerzimmer bereit, aber nach und nach bauten wir das Netz aus, sodass wir nun das gesamte Schulhaus mit 5 Stockwerken abdecken können.

Im Schuljahr 2013/14 gab es jedoch ein Problem, das uns als Schule im Vorfeld gar nicht in den Sinn gekommen wäre: Eine Mutter beklagte sich darüber, dass ihr Sohn Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme hätte, ausgelöst durch das WLAN an der Schule.

Die Schule und der Träger reagierten daraufhin und ließen von einem öffentlich bestellten und beeidigten Sachverständigen für elektromagnetische Umweltverträglichkeit ein Gutachten erstellen.

 


Das sagt das Bundesamt für Strahlenschutz

Unter wweiser.de/bfs können Sie weitere Bewertungen zum Mobilfunk nachlesen. Ein für mich wichtiger Satz für die Bewertung der WLAN-Strahlung:
Surfen im Internet und E-Mails abrufen sollten Sie möglichst nur bei gutem Empfang oder über WLAN. Bei WLAN ist die Sendeleistung in der Regel niedriger als bei den Mobilfunkstandards UMTS, GSM oder LTE.


 

Gutachten zur Strahlungsmessung: Entwarnung

Die Messungen, die vom Gutachter über einen Zeitraum von einer Woche durchgeführt und in einem 35-seitigen Bericht zusammengefasst wurden, mündeten im Wesentlichen in 2 Erkenntnisse.

Ergebnis 1: Es wurde die Immission der elektrischen Feldstärke an verschiedenen WLAN Access Points gemessen und mit dem Grenzwert nach BlmSchV (Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz) verglichen. Der niedrigste Wert lag bei 0,02 %, der höchste bei 4,20 % – ist somit also praktisch nicht messbar bis hin zu äußerst gering, was die Strahlung betrifft.

Ergebnis 2: Das Gutachten ergab, dass die Immissionsbelastung durch Mobilfunk (also alle Schülerhandys) um ein Vielfaches höher liegt.

 

Die Konsequenz für meine Schule

Die Ergebnisse des Gutachtens sowie die Einschätzungen des Bundesamts für Strahlenschutz führten an unserer Schule zu folgendem Fazit: Wir bauen das WLAN flächendeckend aus und sorgen dafür, dass alle Schüler sich automatisch beim Betreten des Schulhauses damit verbinden. Somit senken wir die Strahlenbelastung durch den Mobilfunk enorm ab und bieten den Lernenden gleichzeitig ein überall verfügbares Netz – mit einem weiteren, entscheidenden Vorteil: Unser WLAN ist durch eine Filterlösung durch jugendgefährdende Inhalte weitgehend abgesichert (in der Ausgabe vom August 2019 finden Sie einen Artikel zu Schulfiltern).

 

Expertenmeinungen

Lesen Sie hier die Meinung von zwei Experten und machen Sie sich ein eigenes Bild über die Verfügbarkeit von WLAN.

 

WLAN: ständig verfügbar oder abschaltbar?

© sarawutnirothon – adobe.com

Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob das WLAN ständig verfügbar sein muss. Ich kenne auch Schulen, die in jedem Klassenzimmer einen Kippschalter haben, mit dem das WLAN bei Bedarf aktiviert werden kann.

 

Sie benötigen auf alle Fälle eine Nutzungsordnung

Die Nutzung des WLANs durch die Lernenden braucht dringend Regeln, die Sie in einer Nutzungsordnung festhalten und von den Schülern und Erziehungsberechtigten unterschreiben lassen. Darin können Sie z. B. folgende Regeln festlegen:

  • Nutzung des Internets nur nach Erlaubnis durch die Lehrkraft
  • Geräte müssen auf lautlos gestellt werden
  • Kein Aufrufen von jugendgefährdenden Seiten
  • Nutzung nur für unterrichtliche Zwecke

Eine Muster-Nutzungserklärung finden Sie als Download am Ende dieses Artikels.

 

Mit der wichtigste Punkt: Holen Sie die nötigen Zustimmungen ein

Die Schulleitung und das Kollegium können nicht allein die Installation und Nutzung einer WLAN-Infrastruktur bestimmen. Sie benötigen auf alle Fälle die Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Dazu empfehle ich Ihnen, dass Sie den pädagogischen Zweck des WLANs konkret vorstellen, neue unterrichtliche Möglichkeiten hervorheben, aber auch Grenzen aufzeigen.

  • Grundschulen: Sie benötigen die Zustimmung des Elternbeirats.
  • Mittelschulen/Realschulen/Gymnasien: Sie benötigen die Zustimmung des Schulforums (Vertreter der Lehrer, Eltern und evtl. auch Schüler und Sachaufwandsträger).

 

Fazit: Beim WLAN gibt es einiges zu beachten

Zur Einführung eines WLANs an Ihrer Schule gibt es also ein paar wichtige Schritte zu beachten. Die Nutzungsordnung und die Zustimmungen sind unerlässlich, und auch hinsichtlich möglicher Bedenken bei der Strahlung benötigen Sie ein paar Argumente, die ich Ihnen mit diesem Artikel an die Hand gegeben habe. Dann sollte einem WLAN an Ihrer Schule nichts mehr im Weg stehen

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